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Barrierefreie Werksbesichtigung bei Merck in Darmstadt

Werksbesichtigung Merck Darmstadt

Am 11. April war die CI-SHG Darmstadt mit 22 Personen beim (mit 350 Jahren) ältesten Chemieunternehmen der Welt. Mit Teilnehmern aus verschiedenen Regionen des CIVHRM waren wir eine illustre Truppe.

Nach Ausstellung unserer Besucherausweise und Verteilung/Test unserer portablen Induktionshilfen waren wir soweit.

Frau Barbara Hoffmann, Managerin von Visitor Communications, übernahm unsere Führung. Nach einer kurzen Ansprache über den Ablauf der Führung konnte es losgehen.

Startpunkt war der Showroom. Am Familienstammbaum erläuterte uns Frau Hoffmann die Geschichte von der Gründung bis heute.

1686 legte Friedrich Jacob Merck den Grundstein für eines der Innovativsten Chemieunternehmen der Welt. 1827 war es Emanuel Merck der das Unternehmen vom Apothekerhandwerk zum forschenden Industrieunternehmen ausbaute.

Als Börsennotiertes Industrieunternehmen befindet sich Merck zu 70% in Familienbesitz. Schon seit den 1920iger Jahren wird das Management aus externen Mitarbeitern besetzt, um familiäre Interessenkonflikte zu vermeiden. Traditionell ist aus den heutigen drei Familienzweigen immer ein Apotheker, ein Chemiker und ein Kaufmann im Aufsichtsrat tätig.

Merck ist in 66 Ländern Weltweit vertreten, beschäftigt rund 53.000 Mitarbeiter, davon ca. 11.500 Mitarbeiter allein am Hauptsitz in Darmstadt.

Das Unternehmen ist in drei Bereichen tätig: Healtcare (Produkte für den Gesundheitsbereich), Life Science (Biowissenschaften) und Performance Materials (Spezial Chemikalien, Hightech-Materialien wie Flüssigkristalle, LED, Oled uvm.)

Nach einem kurzen Besuch im hauseigenen Museum, wo es Technik und Produkte aus 3 Jahrhunderten zu sehen und bestaunen gab, ging es in einen bereitstehenden Bus zum Start für eine Rundfahrt. Vorbei ging es an den verschiedenen Produktionsstätten, mit dem Endziel Werkskantine.

Dort erwartete uns zum Abschluss Kaffee und Kuchen, wobei man in gemütlicher Plauderrunde noch Fragen an Frau Hoffmann stellen konnte.

Bedauert wurde allgemein, daß man aus Sicherheitsgründen keinen Blick in die Produktion werfen konnte.

Zum Abschluss konnten wir noch einen Blick in das Innovationscenter werfen, denn dort können sich pfiffige Jungunternehmer (Startups) mit interessanten zukunftsweisenden Ideen einmieten. Zum Teil werden diese auch von Unternehmen gesponsert, um ihre Forschungen voran zu treiben.

Ein interessanter Nachmittag war nun zu Ende.

Ein großes Dankeschön an Merck, das wir die Möglichkeit zur Besichtigung bekommen haben, an Frau Hoffmann die uns eine tolle Führung bereitet hat und keine unserer Fragen offenließ.

Bis zum nächsten Event

Euer

Heinz Diefenbach 

Da habt ihr was verpasst!

JHV 2019 des CIVHRM

Bericht zur Mitgliederversammlung & Informationsveranstaltung des CIV HRM

Wie schnell ist doch wieder ein Jahr vergangen… Am Samstag, 27. April 2019 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Wer dieser Versammlung und Veranstaltung – aus welchen Gründen auch immer – nicht beiwohnen konnte, hat VIEL versäumt!

[Übrigens: Mitglieder, Angehörige, Interessierte hätten teilnehmen können.]

Unter dem Namen „Rechenschaftsbericht" (TOP 4) wurde von unserem ersten Vorsitzenden Michael Schwaninger gekonnt vorgetragen und erläutert, was im abgelaufenen Geschäftsjahr (01.04.18 – 31.03.19) sich im riesigen „Einzugsgebiet" abgespielt hat.

Somit möchte ich nur einige „Highlights" erwähnen. Eigentlich müsste man hier alle gezeigten Folien ablichten, was leider nicht möglich ist.

  • Einmalig! Der Hessische Verband für Gehörlose und hörbehinderte Menschen e.V. sowie der Cochlear Implant Verband Hessen-Rhein-Main e.V. haben sich am 12.01.19 zum ersten mal offiziell zu einem Gespräch getroffen. Die Flyer des HVGHM zum Thema Cochlea Implantat sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen wurden gemeinsam mit dem CIV HRM e.V. überarbeitet und mit Kontaktdaten von Selbsthilfegruppen für Cochlea Implantat-Träger sowie mit gemeinsamen Logos ausgestattet.
  • Erstellung einer SelbsthilfeMap (SHG Map – CIV HRM) durch Wolfgang Kutsche (Kassenwart). Sie suchen eine lokale Selbsthilfegruppe (SHG) oder den Kontakt zu einer Person, die bereits mit einem Cochlea Implantat (CI) versorgt ist? Hier der Link: https://drive.google.com/open?id=12XiDLOxYtj8n4vTN8kYEr_3ukqILV7PE&usp=sharing
  • EUTB GLSH-Peer Counseling = Beratung von Betroffenen für Betroffene in Frankfurt (Sabrina Franze arbeitet dort tatkräftig mit)​.
  • Engagement der Dietmar Hopp Stiftung durch Sponsoring und Werbung für uns! Chapeau!
  • Welttag des Hörens 2019 => 3. März 2019 mit dem Motto „Check your hearing"
  • Internationaler CI-Tag = International Cochlear Implantat Day => 25. Februar
  • u.s.w.

Im zweiten Teil – bei der sog. Informationsveranstaltung – konnte man u.a.

  • dem hochspannenden Vortrag von Dr. med. Martin Leinung unter dem Titel „Cochlea Implantat im hohen Lebensalter" lauschen. Da ging es z.B. um Fragen zum CI im 4. Lebensalter (ab 85 Jahre) wie
    • Ist die OP sicher?
    • Werde ich gut hören?
    • Ist das Ergebnis dauerhaft?

Ergebnis: Das Alter alleine ist kein Hindernis für eine gelungene CI-Versorgung! Hierzu hat unsere engagierte 2. Vorsitzende Renate Hilkert noch am selben Tag ein Foto ins Medium ´facebook` gestellt.

  • den nicht weniger interessanten Vortrag vom CIC Rhein-Main anhören unter dem Thema „gestern, heute, morgen" von Yvonne Seebens erfrischend vorgetragen. [Herr Prof. Gottfried Diller war gesundheitlich verhindert] Hier ging es u.a. um
    • ​Erarbeitung vieler Qualitäts-Initiativen
    • Fachkräfte halten und suchen
    • CI bekannt machen wie der „Herzschrittmacher" (wir sind da auf einem guten Weg)
    • Wo steht die Forschung

Auch wurde da ein Begriff genannt, der mir bis dato nicht bekannt war „Cyborgs? Schnittstellen?" [Der Begriff Cyborg bezeichnet ein Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschine. Zumeist werden damit Menschen beschrieben, deren Körper dauerhaft durch künstliche Bauteile ergänzt werden.]​

  • ​dem hochinteressanten Vortrag „Leben mit Klängen – eine Klangwelt voller Leben" durch unsere zwei Shooting Stars Ingrid Kratz und Sieglinde Wetterauer vorgetragen, lauschen.
    Bei diesem großartigen & einmaligem Projekt hatten in Frankfurt 21 und in Heidelberg 16 Teilnehmer mitgemacht. Wir konnten uns noch einmal alles ansehen und durch Einspielen von Videoclips die sog. „Ergebnisse" anhören. Es ist schon ergreifend zu hören, wenn CI-Träger Lieder „einstudieren" und sie dann vortragen wie z.B.
    • „Alles nur geklaut" von Die Prinzen
    • „Über den Wolken" von Reinhard Mey und
    • „Griechischer Wein" von Udo Jürgens.
Dieses Projekt beinhaltete aber auch ein „Percussion-Workshop" (März 2018), „Tango Argentino auf dem Parkett" (Mai 2018), „Unterschiedliche Streichinstrumente und Klavier auditiv voneinander differenzieren" (August 2018)…All das zeigt, dass Mut und Selbstvertrauen uns CI-Träger stärkt!!! Wenn jetzt noch jemand zweifelt, dem kann ich das Nachlesen der Rückmeldungen wärmstens empfehlen…
  • den Vortrag „Schnell wie die Feuerwehr -> Junge Selbsthilfe (DOA RM)" vom jungen und selbstbewussten Jan Röhrig anhören. Jan ist seit 20 Jahren CI-Träger und erst 23 Jahre jung. Er berichtete über seinen Werdegang bei der Freiwilligen Feuerwehr und wie er als CI-Träger seit Nov. ´18 die Leitung der Jungen Selbsthilfegruppe „Deaf Ohr Alive" – Rhein Main inne hat. Danach wurden ihm unzählige Fragen gestellt, wie er als Oberfeuerwehrmann (2017) den Job meistert. „Gänsehaut" bekam man, als er berichtete, wie er sich nicht nur auf seinen Truppenkamerad verlassen kann, sondern auf das komplette Team!

    Hier also die Aufforderung an UNS allen (Jugendliche + Erwachsene): das unermüdliche Suchen nach Verständnis in der Gesellschaft für CI-Träger = Hörgeschädigte. Nur so kann es uns auch gelingen… 
    Jan beschrieb uns auch, wie wichtig es oft in „brenzlige Situationen" ist, sich auf ein halbwegs erkennbares Mund-Bild verlassen zu können! Somit ist es auch möglich Feuerwehrmann mit Cochlea Implantat zu sein!

​Nochmals DANKE an den Gastgeber, der HNO Uniklinik Frankfurt, und an alle fleißigen Helferinnen und Helfer, ohne die eine solche „Mammut-Veranstaltung" nicht zu stemmen gewesen wäre!!! Auch bedanken wir uns in diesem Jahr erneut bei allen Ausstellern, die so zahlreich wieder mit dabei waren!

Adelaida Luschnat


Fotos: Sabrina Franze

Empfehlungen für den Unterricht ...

Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

... und die Erziehung von Schülerinnen und Schülern mit Hörschädigung

Liebe Mitglieder und Freunde des CIVHRM,

unser Mitglied Alexander Becovic ist Mitglied einer Arbeitsgruppe beim Kultusministerium, die sich mit Empfehlungen für den Unterricht und die Erziehung von Schülerinnen und Schülern mit Hörschädigung beschäftigt hat. Diese Empfehlungen wurden kürzlich veröffentlicht und wir möchten sie nun allen Eltern zugänglich machen.

Alexander Becovic schreibt hierzu:

„Wir (die Arbeitsgruppe) haben versucht, alle Bereiche der Hörgeschädigten miteinzubeziehen. Ich wünsche mir, dass schnellstens ALLE Eltern hörgeschädigter Kinder darüber informiert werden, was ihren Kindern zusteht und wie ihnen im Unterricht geholfen werden kann!"

Dem Wunsch schließen wir uns gerne an und empfehlen dringend die Lektüre dieser Empfehlungen.

Der Vorstand des CIV HRM e.V. bedankt sich bei Alexander Becovic für das proaktive Engagement.

Michael Schwaninger

Vorsitzender 

30 Jahre CI-SHG-Frankfurt

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Einladung zu einem ganz besonderen Event!


Liebe Mitglieder und Freunde des CIVHRM e.V.,

Die CI-Selbsthilfegruppe Frankfurt im CIVHRM feiert am 25. Mai 2019 ihr 30 jähriges Jubiläum .

Der anhängende Flyer gibt Auskunft über dieses tolle Event, das 30 Jahre Selbsthilfe mit einem besonderen musikalischen Workshop und Konzert im Universitätsklinikum Frankfurt im Medicum zu einem unvergesslichen Tag machen wird.

Aufgrund begrenzter Kapazitäten bei dem Workshop mit dem Trio Lézard wird um eine verbindliche Anmeldung mit dem Stichwort „Trio Lézard" bis spätestens 20. März 2019

bei Frau Ingrid Kratz unter der E-Mail: Kratz@civhrm.de gebeten.


pdf
Dateiname: Printflyer-Konzert-Trio-Lezard-am-25.-Mai-2019
Dateigröße: 2.1 mb
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CI-Fitness-Training mit Logopädie

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26. Januar 2019 erstes Treffen der SHG Darmstadt im neuen Jahr

Bei unserem letzten Treffen im alten Jahr war Jana zu Gast und erklärte sich spontan bereit im neuen Jahr mit unserer Gruppe ein Hörtraining durchzuführen.

Jana studiert aktuell im 7. (von insgesamt 8) Semester Logopädie an der Hochschule Fresenius in Idstein und schreibt im März ihre Bachelorarbeit um im Juli ihr Studium abzuschließen.
In ihrer Arbeit geht es um Erfahrungen, Wünsche und Erwartungen erwachsener
CI-Träger an die Logopädische Behandlung.

Deshalb auch der Wunsch von ihr, einmal an einem Treffen von CI-Trägern teilzunehmen, um sich in Gesprächen ein persönliches Bild über den Alltag und die täglichen Herausforderungen von CI-Trägern zu machen. Hier kam dann der spontane Einfall für ein Hörtraining im neuen Jahr, in dem Sie ihre im Studium erlernten Kenntnisse in der Praxis erproben kann.

Ich darf es schon mal vorwegnehmen, es war ein ganz toller Nachmittag. Haben doch viele von uns schon sehr lange kein Hörtraining mehr mitgemacht. Entsprechend hoch war auch die Beteiligung, wir waren 18 Personen, zuviel für eine Gruppe, also haben wir uns in 2 Gruppen aufgeteilt.

Jana hatte einen Fahrplan vorbereitet:

  • Minimal -Trios zu Einsilbern mit verschiedenem Anlaut (Eis-heiß-weiß)
  • "Quatschsätze", in denen kein logisches Erschließen des Inhalts möglich war (Der Polizist bürstet die Haustür)
  • Zahlenverarbeitung (Geburtsdaten, Jahreszahlen, Preise, große Zahlen usw.)
  • Kurze Reime, die gleichzeitig Rätsel sind (Am Schuh betreten, im Buch erbeten --> Absatz)
  • Lustige Sprüche und Sprichwörter (Ist der Hahn am Abend heiser, kräht er morgen etwas leiser)
  • Musik und Instrumente (Wahrnehmen und Erraten verschiedener Streich-/Blas-/Zupf-Instrumente und Besprechen der individuellen Empfindungen dazu)
  • Englisch (Wörter, Phrasen, kleine Sätze)
  • Dialekt in verschiedenen Varianten
  • Informationsvermittlung zum Hörtraining allgemein (Rahmenbedingungen, wann, wo, wie, was usw.


Jeder war gespannt und hochkonzentriert, jeder gab sein Bestes, eine tolle Mitarbeit, eine ganz tolle Veranstaltung.
Man war natürlich auch aufgeregt und jedem brannten Fragen auf den Lippen, die man loswerden wollte, so dass es doch immer wieder zu Verzögerungen kam.
Eine herausragende Erkenntnis gab es, der allgemeine Wunsch doch zu versuchen wieder ein Hörtraining in bestimmten Zeitabständen zu implementieren.
Mit Jana hätten wir eine Ansprechpartnerin, die uns gerne hierbei mit Tipps und Lernmaterial unterstützen könnte. Doch wie sich schnell herausstellte sind der Knackpunkt die Räumlichkeiten. Wir werden unsere Fühler ausstrecken und tätig werden ob es eine Möglichkeit gibt.
Also, wer hier etwas weis, bitte bescheid geben.

Ein ganz großes Dankeschön an Jana Rückert

Und Jana, wenn du Unterstützung für deine Bachelorarbeit brauchst (für die Fragebogenaktion) Renate leitet sie bestimmt gerne weiter an uns.

Danke auch an Renate für die Vorbereitung unserer Veranstaltungen und die nächsten Termine versprechen auch wieder interessant zu werden.

Bis zum nächsten mal
Euer Heinz Diefenbach

Fotos: Heinz Diefenbach

HVGHM e.V. und CIV HRM e.V. bündeln ihre Fachkompetenzen!

HVGHM e.V. und CIV HRM e.V. bündeln ihre Fachkompetenzen! Foto: HVGHM e.V.

Der Hessische Verband für Gehörlose und hörbehinderte Menschen e.V. sowie der Cochlear Implant Verband Hessen-Rhein-Main e.V. haben sich diese Woche zum ersten Mal offiziell zu einem Gespräch getroffen.

Wir haben uns in konstruktiver, sachlicher und gemütlicher Atmosphäre über unsere Verbände ausgetauscht und gemeinsam einen Konsens gefunden. Beide Parteien sind sich grundsätzlich einig, dass es keinerlei Zwänge geben kann, weder was das Erlernen der Gebärdensprache noch das Implantieren eines Cochlea Implantats angeht.

Die Flyer des HVGHM zum Thema Cochlea Implantat sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen werden gemeinsam mit dem CIVHRM e.V. überarbeitet und mit Kontaktdaten von Selbsthilfegruppen für Cochlea-Implantat-Träger sowie mit gemeinsamen Logos ausgestattet.

Wir sind gemeinsam der Meinung, dass das Wohl eines Menschen mit Hörbehinderung im Mittelpunkt steht und wir dafür sorgen wollen, dass den Betroffenen die bestmögliche Hilfe und Beratung angeboten wird, diese kann dann - je nach Situation - die Gebärdensprache oder/und ein Cochlea Implantat sein.

Wenn wir unsere Fachkompetenzen bündeln und gemeinsam anwenden, wird zukünftig die Gesellschaft davon profitieren, sowohl was Cochlea-Implantat-Versorgung als auch die Gebärdensprache angeht.

HVGHM e.V. und CIV HRM e.V. 

Gehörlosengeld ist im hessischen Koalitionsvertrag!!!

IMG_9639 Bild: Pixabay

Wir als Interessenvertretung der Menschen in Hessen, die mit Cochlea Implantaten oder ähnlichen Hilfsmitteln versorgt sind, verfolgen mit Spannung, was sich aus dieser Absichtserklärung der neuen Hessischen Landesregierung für Konsequenzen sowohl für Kinder mit Cochlea Implantaten und deren Eltern als auch für ertaubte Menschen mit Cochlea Implantaten ableiten werden!

#taubundtrotzdemhoeren #cochleaimplantat #civhrm #unersetzlich

Auszug aus dem Koalitionsvertrag von CDU Hessen und Bündnis 90/ Die Grünen Hessen:

„Gehörlose Menschen sind in der Gestaltung ihres Alltags auf besondere Unterstützung angewiesen. Mit der Zahlung eines Gehörlosengeldes werden wir entsprechend dem Blindengeld einen Ausgleich schaffen, der ihnen sowohl die Bewältigung alltäglicher Herausforderungen als auch die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erleichtert. Ebenso werden wir weitere Menschen mit besonderem Förderbedarf z.B. Taubblinde, zielgerichtet unterstützen und prüfen, welche weiteren Unterstützungsleistungen einzuführen sind."

Quelle: https://www.gruene-hessen.de/partei/files/2018/12/Koalitionsvertrag-CDU-GR%C3%9CNE-2018-Stand-20-12-2018-online.pdf

Weihnachtsgrüße 2018

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Bild: Sabrina Franze.

Alle Jahre wieder…..

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..treffen sich viele Mitglieder des CIV-HRM, um beim Jahres-End-Treffen die Ereignisse und Erfolge des zu Ende gehenden Jahres in Erinnerung zu rufen. Es hatten sich 52 Mitglieder mit und ohne Partner angemeldet, dazu kamen noch 7 Gäste, die sich informieren wollten, ob für sie ein CI sinnvoll und erstrebenswert ist.

Zum Glück war auch unser Spezialist Arnold Erdsiek gekommen und entlastete unsere „alten Hasen" bei der Information über das CI.

Nach der kurzen Eröffnungsansprache von Michael Schwaninger und unserer SHG-Ffm.-Leiterin Ingrid Kratz konnte ich die versammelten Gäste vorwarnen, nach dem Essen noch etwas Kapazität aufzuheben für einen kleinen Quiz, der die Kommunikation an den Tischen anregen sollte. Ein Mitglied, das zum ersten Mal teilgenommen hat, kam nach den Reden zu mir und lobte die klare Verständlichkeit der Ansprachen über das Mikrofon und die Ring-Schleife. Er will dies in einem anderen Verein anregen, der auch immer im gleichen Lokal tagt, aber dort nur über einen normalen Lautsprecher verfügt, wo er kaum etwas versteht.

Nun kam die Küche des Hauses zu ihrem Einsatz und konnte, dank der Vorbestellungen, in kurzer Zeit allen Teilnehmern das Essen servieren. Jetzt trat erst einmal etwas Ruhe ein. Zwischen Hauptgericht und Nachtisch verteilte ich dann die Quizbogen und der Geräuschpegel stieg sofort wieder so an, dass selbst Normalhörende Schwierigkeiten hatten, etwas zu verstehen. Es gab viel Gelächter bei der Lösung der Quizfragen, die sich alle auf Frankfurt bezogen. So hat sich mein Wunsch erfüllt, die Teilnehmer an den Tischen in rege Unterhaltungen zu verwickeln.

Es verging die Zeit wie im Fluge und gegen 16 Uhr hatten sich schon viele der Teilnehmer trotz des Regens, zu einem Weihnachtsmarktbummel entschlossen. 

Vielen Dank an die fleißigen Hände von Brigitte Oberkötter, Ingrid Kratz und Renate Bach, die vor dem Beginn zur vorhandenen Tisch-Dekoration noch Plätzchenteller verteilten und natürlich auch an das Team der Weinstube im Römer, die uns zur vollsten Zufriedenheit mit Essen und Getränken in gewohnt guter Qualität versorgt haben.

Fotos: Karin Herwegh und Wolfgang Kaiser

Hörtrainingsprojekt Rhein-Neckar

Hörtrainingsprojekt Rhein-Neckar

Nun feierten auch die Aktiven des Hörtrainingsprojekts Rhein-Neckar ihren erfolgreichen Abschluss. 

Ein Hörtrainings-Projekt für Cochlea-Implantat-Träger zum besseren Hörverstehen

Chorkonzert am Samstag, 20. Oktober 2018 im Kammermusiksaal der Stadthalle Heidelberg 

Veranstalter
  • Selbsthilfegruppe CI Neustadt – Pfalz – Bad Dürkheim
    im Cochlear Implant Verband Hessen-Rhein-Main e. V. 

  • SHG-Leiterin: Sieglinde Wetterauer 
  • Projektleitung: Dipl.-Päd. Sascha Roder M. A. 

  • Teilnehmer: 12 Cochlea Implantat – bzw. Hörgeräte – versorgte Menschen 

Bereits das Konzept des Hörtrainingsprojektes las sich spannend und bedeutete für höreingeschränkte Menschen mit Cochlea-Implantat-Versorgung eine einzige Herausforderung. In vier Hörtrainingsabschnitten sollten den Teilnehmern im Zeitraum März bis Oktober 2018 über Rhythmusgefühl und Raumerkundung, Körperwahrnehmung und Erschließung von Räumen, Instrumente erfassen und differenzieren sowie den eigenen Klang erzeugen und verstehen „Musik erleben" vermittelt werden. Erstmals wurden damit Rhythmus, Klangfarbe, Bewegung und Sprache in einem zusammenhängenden Hörtrainingskonzept für Menschen mit Cochlea-Implantat vereint. Professionelle Unterstützung gewährleistete Ideengeber und organisatorischer Leiter, Dipl.-Pädagoge Sascha Roder. Gefördert wurde das Projekt durch die Dietmar-Hopp-Stiftung.

12 Cochlea-Implantat - versorgte Menschen nahmen diese Herausforderung an und konnten am 20. Oktober 2018 mit einem gelungenen öffentlichen Chorauftritt im Kammermusiksaal der Stadthalle Heidelberg den erfolgreichen Abschluss zu diesem außergewöhnlichen Projekt feiern. Unter der musikalischen Leitung des Gesangspädagogen und Stimmbildners Johannes Wilhelmi und eingerahmt in ein großartiges Konzert des Streicherquartetts „Cela Sonne Bien" mit Stücken der Komponisten Ennio Morricone, Edward Elgar, Claude Debussy, W. A. Mozart, J. S. Bach und Robert Schumann wurden vor rund 120 Zuschauern deutschsprachige Klassiker kraftvoll intoniert. Die Begeisterung und der Applaus zeigten, dass der Geschmack des Publikums mit dieser musikalischen Symbiose auf den Punkt getroffen war.

Sascha Roder, organisatorischer Leiter des Projektes, begrüßte die Gäste zunächst in koreanischer Sprache und vermittelte so eindrucksvoll den bedeutsamen Unterschied zwischen Hören und Verstehen. Sieglinde Wetterauer, Leiterin der SHG CI Neustadt – Pfalz – Bad Dürkheim und Initiatorin des Projektes, betonte die Bedeutung des guten Hörens und Verstehens als unersetzlichen Bestandteil des sozialen Lebens. Sie bedankte sich bei allen Aktiven für die tolle Beteiligung und bei der Dietmar-Hopp-Stiftung für die finanzielle Unterstützung. Ein ganz besonderer Dank aber ging an die Gäste des Konzerts, die mit ihrem Besuch ihr ehrliches Interesse und ihre Anteilnahme an der Lebenssituation höreingeschränkter Menschen zeigten.

Auch die Chormitglieder waren rundum zufrieden. Die Motivation, sich in Zukunft auf neue und unbekannte Aktivitäten einzulassen, stieg mit jedem Trainingsschritt. Sowohl Körperwahrnehmung als auch Körperpräsenz bekamen eine völlig neue, positive Bedeutung. Und keiner wollte in Zukunft auf die wiedergewonnene Freude an Musik verzichten. Einhellig empfanden es alle als eine tolle Erfahrung, als Gruppe miteinander wieder in die Musikwelt hineinzuwachsen. Auch Sascha Roder machte es „glücklich zu sehen, dass mit solchen untypischen und unkonventionellen Methoden des Hörtrainings alle Teilnehmer in ihrer Fähigkeit bestärkt werden und sich vielleicht sogar mit einem Stück neuer Hörqualität nach vorne entwickeln können".

Fotos: privat

Im Chor singen?

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Ja, und zwar doch noch in diesem Leben!

Mit einer gelungenem öffentlichen Aufführung am 13.10.2018 im Gemeindesaal der Evangelischen St. Thomasgemeinde in Frankfurt-Heddernheim fand das vierteilige Hörtrainingsprojekt von Sascha Roder seinen krönenden Abschluss. 12 CI-Träger/innen wagten dieses letzte Experiment mit Unterstützung des Gesangspädagogen und Stimmbildners Johannes Wilhelmi und den Musikern der Oper Frankfurt. Elke Firnhaber war dabei.

Vor langer Zeit träumte ich als hochgradig Hörgeschädigte einen Traum.
Ich wanderte bei sonnigem, klarem Wetter in alpiner Landschaft einen hohen Berg hinauf. Auf dem Gipfel stand erhaben eine kleine Kirche gefüllt mit Menschen, die zusammen im Chor sangen. Ich hörte erstaunlicherweise so gut wie noch nie – wie eine Hörende? Mit Tränen der Rührung wachte ich auf und dachte: „ Oh, wie göttlich! Ich möchte sooo... gerne als Hörende im Chor singen! Na ja, im nächsten Leben vielleicht."

Demzufolge war ich natürlich begeistert und sehr dankbar, dass dieses gewagte Unterfangen nun auch CI-Trägern im Rahmen des musikalischen Hörtrainingsprojektes „ Leben mit Klängen – eine Klangwelt voller Leben" von Sascha Roder geboten wurde. Also doch noch in diesem Leben?

Nachdem wir im März in einem Percussion-Workshop diverse Rhythmen erprobten, im Mai das Parkett mit Tango Argentino eroberten, im August mit unseren CI-Ohren unterschiedliche Streichinstrumente und Klavier auditiv voneinander differenzierten, geschah nun an einem spätsommerlichen Herbsttag im Oktober das Unfassbare: ein knappes Dutzend CI-Implantierte sangen drei deutschsprachige Klassiker auf der Bühne vor großem Publikum, begleitet von dem Streicherquartett „Cela Sonne Bien" und dem Klavier.

Dieser 4. und letzte Hörtrainingsabschnitt war der umfangreichste und ich denke, auch der anstrengendste, der aber reichlich mit Glück, Stolz, Freude, Selbstvertrauen, Beseeltheit, Gemeinschaftsgefühl und schließlich sogar mit reichlich Applaus und Lob belohnt wurde. An 3 Tagen probten wir eifrig mit unserem Chorleiter Johannes Wilhelmi im Gemeindesaal der Evangelischen St. Thomasgemeinde in Heddernheim. Er nahm die Herausforderung an, erstmalig mit CI-Trägern zusammenzuarbeiten. Wenn wir uns endlich mal vom Text lösen konnten, starrten wir ihn als eher visuell orientierte Schlappohren regelrecht an, aber er hat sich zum Glück daran gewöhnt. Alle Teilnehmer/innen waren sicherlich sehr dankbar für dessen ausgeprägte Gestik und Mimik. Mit deutlicher Körpersprache zeigte er uns die tiefen und hohen Töne an und mit klarem Mundbild sang er stimmlos den Text, so dass niemand zu schnell oder langsam wurde und sich immer wieder orientieren konnte, wenn der Text verloren ging. Zusätzlich übten wir zuhause mithilfe von Videos und Liedtexten aus dem Internet, ein echtes Hörtraining! Die Auswahl bestand hörbehindertengerecht aus drei bekannten deutschsprachigen Liedern, die nicht ganz so schwer zu singen sind bzw. für Hörgeschädigte machbar sind: Die Prinzen mit „Alles nur geklaut", Reinhard Mey mit „Über den Wolken" und Udo Jürgens mit „Griechischer Wein".

Aufgrund von Krankheit, Urlaub und Parallelveranstaltungen hatte sich unsere Truppe im letzten Abschnitt auf nahezu die Hälfte dezimiert. Auch einige Frühschwerhörige hatten leider abgebrochen. Die Frage, wie weit Frühschwerhörige an das Singen heranzubringen sind, wäre ein interessanter Forschungsgegenstand für die Zukunft. Die Verbliebenen aus Deaf Ohr Alive, der Selbsthilfegruppen Frankfurt und Darmstadt im Cochlear Implant Verband Hessen bildeten eine altersgemischte muntere Gruppe. Die persönlichen Hörgeschichten, die Hörversorgung, der Zeitpunkt der zunehmenden Ertaubung, die musikalischen Vorerfahrungen und vieles mehr konnten unterschiedlicher nicht sein. Das Gemeinsame ist: Alle Teilnehmer sind mit ein oder zwei CI´s versorgt.

Einige singen privat auch mit CI im Chor, andere wurden aus dem Kinderchor entlassen oder durften dort nur den Mund bewegen; und letztendlich gibt es auch solche wie ich, die zum ersten Mal hier in Heddernheim in einem Chor geprobt haben. Entsprechend gab es auch mal kleine individuelle Höhen und Tiefen, oft verbunden mit Selbstzweifeln. Sascha Roder und Johannes Wilhelmi verstanden es aber wunderbar, uns immer wieder Mut zu machen. Aus dem „Wir schaffen das!" wurde ein „Wir haben es geschafft!". An dieser Stelle passt folgender Spruch von Johann Wolfgang von Goethe, der uns von einer Teilnehmerin übermittelt wurde:

Gehe alles an, was du kannst
oder zu können träumst.
In der Kühnheit liegt Genie,
Macht und Zauberkraft.

Johann Wolfgang von Goethe
Es gab hilfreiche Tipps, Unterstützungen und Aussagen, um Mut und Selbstvertrauen zu stärken:
  • „Ihr macht hier ein Hörtraining und nicht eine Solosänger-Ausbildung!"
  • „Hörgeschädigte können singen."
  • aufrecht und stabil stehen; ein Wackeln würden Hörende hören
  • „Fehler" sind durch die Instrumentalbegleitung im Publikum kaum zu hören
  • deutliches Sprechen, besonders der Konsonanten, ist wichtiger als den korrekten Ton zu treffen
  • möglichst viel Text auswendig lernen, denn dann kann man unseren Dirigenten mit seinen schon genannten Hilfen anschauen (u.a. Hoch-Tief-Anzeige, stimmloses Mundbild)
  • kleine Patzer sich nicht anmerken lassen, einfach weitersingen
  • die begleitende Musik

Es war ein kleiner Quantensprung als bei den Proben die Musiker mit zwei Violinen, Bratsche, Cello und Klavier hinzukamen. Es klang alles nun voluminös mit Gänsehautgefühl. Johannes Wilhelmi erarbeitete mit uns nach Lockerungsübungen nicht nur methodisch die drei Songs. Auf-und Abgang zu und von der Bühne und das Auf- und Zuklappen der Mappen wurden ebenfalls einstudiert.

Erst während der Generalprobe kurz vor dem Konzert hat alles geklappt – nach nur drei Proben! Dann begann die große Aufregung, denn der Gemeindesaal füllte sich mehr und mehr. Da wir alle bibberten, war es leichter auszuhalten. In Schwarz-Weiß gekleidet und mit den schwarzen Mappen in den Händen betraten wir später feierlich die Bühne. Unsere Songs waren eingebettet in ein wunderschönes Konzert der Gruppe „Cela Sonne Bien" mit Stücken der Komponisten Ennio Morricone, Edward Elgar, Claude Debussy, W. A. Mozart, J. S. Bach und Robert Schuhmann.

Zwei kurze Reden von Sascha Roder, dem Projektleiter und Ingrid Kratz, der Leiterin der CI-Selbsthilfegruppe Frankfurt im CIV HRM e.V. eröffneten das Konzert. Diese sensibilisierten die Hörenden für das Problem der Schwerhörigkeit, stellten das Projekt und die Musiker vor und dankten den Sponsoren.
Vor lauter Aufregung habe ich von den Reden nicht so viel mitbekommen, doch eine Sache hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sascha Roder begann seine Rede in einem perfekten Koreanisch, was wohl einige Zuhörer zunächst irritiert hat. Niemand verstand – ja, so ging es den meisten von uns CI-Trägern vor der Operation!

Dieses Chorkonzert war wirklich ein furioses Finale des Hörprojektes. Es gab ausdauernden Applaus, eine Zugabe und vielfältige Anerkennung der Zuhörer (auch der hörenden!), die uns bei anschließenden Knabbereien und Getränken persönlich ansprachen.

​Also: doch noch in diesem Leben!

Rückblickend auf das Gesamtprojekt gab es vielseitige Rückmeldungen von uns vielseitigen CI-Trägern. Jede/r hat für sich persönlich in diesem Hörtraining einiges gelernt und mitgenommen. Manche mögen lieber Tango, andere lauschen lieber den Instrumenten – und einige singen am liebsten.


Einen riesigen Dank an Sascha Roder, Johannes Wilhelmi, die Musiker und an Ingrid Kratz mit ihren hilfreichen Damen aus der CI-Selbsthilfegruppe Frankfurt!
Ein weiterer Dank geht an die evangelische St. Thomasgemeinde, die uns ihren Gemeindesaal überließ.
Letztendlich war dieses außergewöhnliche Projekt nur möglich durch die Unterstützung folgender Sponsoren: AOK-Hessen, Cochlear GmbH, Hörakustik Jens Pietschmann, Oper Frankfurt und dem Cochlear Implant Verband Hessen-Rhein-Main e.V.
Wir sind durch den Chor zu einer kleinen Gemeinschaft zusammengewachsen und wünschen uns sehnlichst eine Fortsetzung im Bereich des musikalischen Hörtrainings!

Es lohnt sich!

Zur weiteren Info:
In der Frankfurter Neuen Presse vom 13.10.2018 gibt es auf der ersten Seite des Kulturteils ein Interview mit Sascha Roder, Johannes Wilhelmi und Ingrid Kratz über das Musikprojekt.

Fotos: DDP

Ohrbotin des Monats OKTOBER

Ohrbotin des Monats

Felizitas Böcher (34) wurde vor kurzem bundesweit bekannt als "erste Pfarrerin Deutsch-lands mit Cochlea Implantaten".

Wir wollten wissen: Wer ist der Mensch hinter dieser Schlagzeile? Ein außergewöhnliches Interview mit einer außergewöhnlichen Frau:

ELKE SCHWANINGER: Liebe Frau Böcher, schildern Sie uns bitte kurz Ihre Hörbiographie?

FELIZITAS BÖCHER: Ich bin leicht- bis mittelgradig schwerhörig geboren. Als Erwachsene bin ich innerhalb von zwei Jahren ertaubt. Zuvor war der Hörstatus konstant.


ELKE SCHWANINGER: Welche Auswirkung hatte Ihre Hörschädigung auf die Schullaufbahn und das anschließende Studium?

FELIZITAS BÖCHER: Ich konnte im Studium zunächst den Dozenten nicht mehr gut verste-hen, dann gar nicht mehr. Schließlich weitete sich das aus, bis ich niemanden mehr verstehen konnte. Das führt natürlich auch dazu, dass Lerngruppen sehr schwierig werden bzw. die Kommunikation nur schriftlich stattfinden kann. Aber ich habe immer jemanden gefunden, der/die dazu bereit war/en. Das war schon sehr erleichternd.


ELKE SCHWANINGER: Seit wann tragen Sie CIs?

FELIZITAS BÖCHER: Seit Mai (links) und August (rechts) 2011.


ELKE SCHWANINGER: Wie kommunizieren Sie im Alltag?

FELIZITAS BÖCHER: Mit Hörenden immer lautsprachlich mit hörenden Gebärdlern ge-mischt und mit reinen Gebärdlern nur in Deutscher Gebärdensprache. Lautsprachbegleitende Gebärden beherrsche ich nicht.


ELKE SCHWANINGER: Wie entstand Ihr Wunsch, Pfarrerin zu werden?

FELIZITAS BÖCHER: Als Kind bemerkte ich ca. mit 6 Jahren, dass ich nicht wissen kann was nach dem Tod mit einem Menschen passiert. Deshalb wollte ich forschen – immer mehr über Religion wissen. Das bedeutete, dass ich viel gelesen habe, aber auch, dass ich immer gern und viel mit anderen Menschen darüber gesprochen habe (auch über Religi-ons"grenzen" hinweg). Über diese Liebe zur Kommunikation und zur Theologie bin ich schließlich zum Pfarramt gekommen. Haupteinstiegspunkt war für mich die Seelsorge. Ich bemerkte, dass mein Reden über Gott mich immer wieder zum (einzelnen) Menschen und seiner Welt führt. Damit konnte ich für Menschen ein Begleiter in – manchmal schwierigen – Lebensphasen sein. Dem wollte ich gern mein Leben widmen. Und das kann ich im Pfarramt ;-)


ELKE SCHWANINGER: Welche Möglichkeiten und Grenzen sehen Sie für sich mit CI in Ihrem Beruf?

FELIZITAS BÖCHER: Grenzenlose momentan. Durch meine 2. Leidenschaft – die Technik – erlebe ich immer wieder neue Möglichkeiten. Allerdings könnte ich mir nicht vorstellen ohne Gebärdensprache zu leben. Nur durch die Möglichkeit, auch ohne Hören eine volle Kommuni-kationsfähigkeit / eine vollständige Sprache zu besitzen, kann ich offen und gelassen auf mei-ne Hörmöglichkeiten zugehen. Mein „Ganzsein" hängt so nicht vom Hören allein ab und das gibt mir viel Freiheit.


ELKE SCHWANINGER: Nutzen Sie zusätzlich zum CI weitere technische Hilfen?

FELIZITAS BÖCHER: Ja, ich nutze in sehr großen Gruppen eine FM-Anlage (mit Konferenz- und Einzelmikro), ich habe Ringschleifenverstärker (Loop-Booster) für Räume mit Induktions-schleife, nutze eine Telefonfreisprechanlage für meine CIs und auch immer wieder gern das Audiokabel. Darüber hinaus nutze ich fließend andere Hilfsmittel wie z. B. Telefone mit einem Hörer der groß genug ist, dass ich meinen Soundprozessor an den Lautsprecher halten, aber dennoch in das Mikro sprechen kann.


ELKE SCHWANINGER: Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?

FELIZITAS BÖCHER: Eine ziemlich wichtige. Ich mag Musik sehr gern und sie hört sich für mich auch sehr schön an. Ob sie sich genauso anhört wie für die Normalhörenden, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber das finde ich auch nicht so wichtig. Schließlich bin ich ja keine Nor-malhörende *grins*.


ELKE SCHWANINGER: Ihr Name -Felizitas- bedeutet "die Glückliche". Welche Hörerlebnisse machen Sie glücklich?

FELIZITAS BÖCHER: Oh – viele. Das Miauen einer Katze, das Knirschen der Treppenstufen oder von altem Parkettboden, Bubblefolien-Zerdrück-Geräusche, ein schönes Lied, Rau-schen von Blättern, das Geräusch der Rolltreppen im Bahnhof (einfach weil ich es seit kur-zem hören kann) und vieles mehr. Es wird immer wieder neue Dinge geben, die ich finde. Mal schauen was noch kommt.


ELKE SCHWANINGER: Herzlichen Dank, dass Sie Ihre Erfahrung mit uns geteilt haben! Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Enthusiasmus für Ihre Arbeit und beim Entdecken neuer Klangerlebnisse mit CI!

Engagement Tag in Darmstadt

Engagement Tag in Darmstadt

„Da bist Du richtig!" Unter diesem Motto hatte die Stadt Darmstadt mit dem paritätischen Wohlfahrtsverband in die Centralstation und das Carree eingeladen.

Um zu zeigen, was Freiwillige leisten, sollte vielfältiges Engagement vorgestellt werden. Über 50 Infostände waren gemeldet,

Kunterbunt war auch das Programm: Luftballon, Musik und Interviews, Clown, Vorstellung der SHG oder des besonderen Engagements auf der Bühne in der Centralstation.

Das CI-Netzwerk Darmstadt-Dieburg war vor Ort vertreten durch R.Hilkert und H. Diefenbach sowie K.Michel, alle schon erfahrene CI-Träger, die dank eines Implantates wieder hören können.

Unsere Beratungen waren zahlreich, sehr unterschiedlich und oft für die Interessierten auch wichtig und nötig. Durch die Bekanntgabe der Veranstaltung kamen Menschen gezielt zum Netzwerk und konnten sich über ihre Hörprobleme informieren.

Der Ortsverband Darmstadt des DSB war auch mit Aktiven als Nachbarstand vertreten, so konnten wir uns gegenseitig unterstützen und austauschen.

Heinz stellte unsere Cochlea Implantat Selbsthilfegruppe auf der Bühne in der Centralstation sehr engagiert vor. Alles in allem war es ein sehr positiver und erfolgreicher Tag, der uns noch lange in Erinnerung bleibt.

Danke an den paritätischen Wohlfahrtsverband und die Stadt Darmstadt für ihre tolle Organisation solch einer Großveranstaltung! 


Fotos: R. Hilkert

Ein gelungenes Sommerfest beim CIVHRM!

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Bei so einem Wetter kann ein Sommerfest ja nur gelingen. So war es auch am Samstag dem 18. August 18. Dazu beigetragen haben wieder viele fleißige Helfer. Frühmorgens schon wurden Tische aufgestellt, Stühle gerückt und die Bierzeltgarnituren im Garten aufgeklappt. Dabei hatten besonders Heike Michels und Frau Meier schon die meiste Arbeit geleistet. Letztere kochte noch Kaffee im Akkord und sorgte außerdem für die Tischdekoration. Als der Kuchen mit halbstündiger Verspätung endlich geliefert wurde, konnte das Fest beginnen. Die Teilnehmeranzahl war mit 50 Personen etwas geringer als in den Vorjahren, das war wohl der großen Hitze geschuldet.

Unser 1.Vorsitzender Michael Schwaninger konnte nach der Begrüßung eine besondere Ehrung vornehmen, Uli Rauter wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Er bekam die „goldene" CI-Nadel, einen Schneckenwein und „Elvis-Pralinen" überreicht. Es war auch ein kleiner Abschied, Uli hat das CI-Café, aus gesundheitlichen Gründen, an Renate Bach übergeben, will aber so oft wie möglich noch dabei sein. Frau Meier und später Frau Heike Michels bekamen ihre hochverdienten Blumen überreicht und dann war das Kuchenbüffet eröffnet.

Der Nachmittag verging im Flug bei Kaffee, Kuchen und guten Gesprächen. Bis zu unserem Highlight, der Auftritt des „Prof. Baumann-Trios". Wir waren wieder begeistert von dem gekonnt Dargebotenen. Besonders das Lied „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe" fanden wir einfach umwerfend. Wir waren alle der Meinung, dass wir noch gerne weiter zugehört hätten.

Doch alles hat mal ein Ende. Frau Yvonne Seebens, Leiterin vom CIC-Rhein-Main-Friedberg, sagte zu mir: „Das war ein richtig schönes Sommerfest". Dem ist nichts hinzuzufügen. 


Fotos: H. Suhartono, W. Kaiser, K. Herwegh 

Ehrenmitgliedschaft im CIVHRM e.V

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Uli Rauter wurde am 18. August 2018 zum wohlverdienten Ehrenmitglied im CIVHRM e.V. ernannt und nach der Laudatio mit dem goldenen Ehrenabzeichen ausgezeichnet!

Uli hat sehr viele Jahre ehrenamtlich als CI-Träger ein „offenes Ohr" für alle Ratsuchenden in Hörfragen gehabt. Sei es beim Ausfüllen von Anträgen oder bei der Entscheidungsfindung für ein Cochlea Implantat. Im sozialrechtlichen Bereich kennt er sich Bestens aus. Auch half er jahrelang bundesweit, auch für die DCIG e.V.,beim Beantworten von anspruchsvollen Fragen.

Das CI-Kaffee im Cochlear Implant Center Rhein- Main in Friedberg wurde über 10 Jahre von Uli Rauter geleitet und auch hier hat er viele Menschen begleitet.

Ein Austausch für CI-Träger ist vor und nach der Operation unglaublich wichtig. Sei es in der Beratung oder in technischen Fragen oder einfach als Hilfe zur Selbsthilfe!

An vielen Infoständen der Selbsthilfe hat er mitgewirkt um das CI ein stückweit bekannter zu machen.

An allen Vorstandssitzungen hat er uns mit Wasser und Apfelsaft versorgt! ;))

Der Vorstand des CIVHRM bedankt sich von ganzem Herzen für sein unglaublich wichtiges Engagement!

Danke ULI, Du fehlst jetzt schon!

CI-SHG-Treffen in der „Pizzeria Picasso“

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CI-SHG-Treffen in der „Pizzeria Picasso"  

Wow - bei 34 Grad Celsius im Schatten kamen 21 Mitglieder zu unserem Treffen!

Sehr erfreulich war es, dass der neue Geschäftsführer vom Hörpunkt Friedberg, Herr Liepert, und Frau Schwendner vom Hörpunkt Frankfurt uns besuchten und Ihre Arbeit vorstellten, so dass alle unsere Mitglieder aktuell informiert sind. Frau Schwendner besucht z. Zt. die Meisterschule, welche sie im April kommenden Jahres beenden wird.

Auch stellte sich ein neuer Besucher, einseitig implantiert, vor, und richtete viele Fragen an uns, an Herrn Liepert und an Frau Schwendner.

Die Zeit verging bei interessanten Gesprächen und kühlen Getränken wie im Fluge und im Nu war es 19 Uhr und wir verabschiedeten uns mit erhitzten Gesichtern!

Fotos: Wolfgamg Kaiser 

Jetzt sind wir dran!

Kinder mit CIs im Video-Interview (mit UT)

Klara und Leonie wurden mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit geboren. Sie erhielten früh und beidseitig Cochlea Implantate. Uns interessierte: Wie denken sie heute selbst darüber?

Ein lebendiges, beeindruckendes Video-Interview des CIV HRM e.V.!  YouTube Link!

Vulkane im Vogelsberg

Unser diesjähriger Sommerausflug am 5.Juli, führte uns in den Vogelsberg. Pünktlich um 11 Uhr startete die Führung im Vulkaneum. Das ist ein gerade 1 Jahr alt gewordenes Museum in Schotten, das den Vulkanen im Vogelsberg gewidmet ist. Wir hatten eine nette Führerin, die uns in 1 1/2 Stunden, die verschiedenen Stationen des Museums gut verständlich (!) erklärte. Wir erfuhren, dass es bis vor knapp 15 Millionen Jahren unzählige aktive Vulkane in diesem Gebiet gab und lernten eine Menge über die Entstehung der Gesteinsschichten, über vulkanische Bomben, Lavaströme, Basaltsäulen und eisenhaltigem Gestein und vieles mehr. Das Vulkaneum ist eine interaktive Erlebnisausstellung über 12 Stationen, man kann alles anfassen und ausprobieren. Beeindruckend die fantasievollen Darstellungen, die auch für Kinder verständlich sind.

13. CI-Tag in Frankfurt

... auf dem Paulsplatz mit internationalem Flair!

Am Samstag, den 16. Juni von 10 – 16 Uhr hatten wir von der CI-SHG-Frankfurt im CIV HRM e.V. wieder einmal traumhaftes Wetter und konnten am 13. Deutschen CI-Tag ein internationales Publikum über das Cochlea Implantat informieren – wenn das keine Öffentlichkeitsarbeit ist!

Taub und Tango geht nicht!? Geht!!!

Spätestens der Tango-Workshop war der Teil des vierteiligen Hörtrainingkonzepts von Sascha Roder, der mich überzeugt hatte, dieses nicht nur mit unserer Gruppe Deaf Ohr Alive – Rhein-Main und der Selbsthilfegruppe Frankfurt im Cochlear Verband Hessen–Rhein-Main e.V. als Mitveranstalter unterstützen zu wollen, sondern auch persönlich daran teilzunehmen.