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Einladung zum 1. CI – Treff Marburg

Unbenannt

Am 16.03.2024 findet das erste Treffen des neu gegründeten „CI-Treff Marburg" statt. Svenja Sauerwald und Claudia Burk laden die CI-Träger*innen sowie Angehörige und Interessierte, in und um Marburg, zu einem ersten Kennenlernen ein.

Das Treffen findet am Samstag, den 16.03.2024, um 15.00 Uhr im UKGM Marburg (Lahnberge), Baldingerstraße, 35043 Marburg statt.

Wer Lust auf einen Austausch, gemeinsame Unternehmungen und neue Erfahrungen hat, ist hier genau richtig.

Sie brauchen weitere Informationen oder möchten sich anmelden? Schreiben Sie uns eine E-Mail an:

ci-treff-marburg@web.de

Wir freuen uns auf einen schönen Nachmittag! 

CI-Netzwerk Darmstadt-Dieburg - Treffen der SHG Darmstadt…

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  • Besuch einer Theaterprobe im Darmstädter Staatstheater mit der Möglichkeit, die Ringschleife auszutesten.
  • Workshop: Hörtraining zu Hause! Wie stelle ich es an? Welche Hilfsmittel oder Medien kann ich verwenden? – Hierzu ist ein Referent eingeladen.
  • Workshop: Wie gehen unsere Angehörigen mit unserer Schwerhörigkeit/Taubheit um? Treffen mit Betroffenen und Angehörigen.

Danach hatten wir im persönlichen Gespräch einen intensiven Austausch über aktuelle Fragestellungen wie Technik, bevorstehende CI-Versorgungen sowie die damit verbundene Nachsorge bzw. Reha. Gerade die neuen Teilnehmerinnen konnten hier sehr von den Beiträgen und Informationen der anwesenden erfahrenen CI-Trägerinnen und Trägern profitieren.

Nicht zuletzt wurde das Gesprächsangebot abgerundet durch den leckeren Kuchen und die Muffins, die zwei Teilnehmerinnen mitbrachten. Zum besseren Verständnis untereinander sorgt unsere Ringschleife, die wir vor jedem Treffen im Raum auslegen. – So konnten wir in netter und lockerer Runde einen angenehmen und informativen Nachmittag verbringen.

Februar 2024
Annette Rausch-Müller
CI-Netzwerk Darmstadt-Dieburg, SHG Darmstadt 

Bericht zu meinem Gastvortrag an der Hochschule Bielefeld im Fachbereich Sozialwesen.

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Ein reger Austausch mit Studierenden des Seminars „Unterstützung von Menschen mit Hörbeeinträchtigung als Aufgabe Sozialer Arbeit"

Bereits im Herbst 2023 fragte mich Dr. Sascha Roder, den ich bereits seit 2010 von verschiedenen Events, Musik - und Chorprojekten kenne, ob ich mir vorstellen könnte, einen Gastvortrag an der Hochschule Bielefeld bei seinen Studierenden über meine persönliche Erfahrung mit der Hörschädigung, sowie meiner langjährigen Selbsthilfetätigkeit halten zu können.

Sehr gerne willigte ich ein, besonders deshalb, weil mich die Atmosphäre unter Studierenden interessierte!

Am 05.12.23 war es nun so weit, der Termin war gegen 16 – 17.30 Uhr angesetzt. Ein besonderer Dank gilt hier meinem Ehemann, der sich bereit erklärte, an diesem Tag unter äußerst schlechten Wetterbedingungen zu fahren, immerhin mehr als 300 km!

Dr. Sascha Roder holte uns im Eingangsbereich der Hochschule ab und gemeinsam gingen wir zum Seminarraum, wo sich auch schon ca. 25 interessierte Studierende eingefunden hatten.

Dr. Sascha Roder begrüßte alle recht herzlich, stellte mich vor und sprach einführende Worte zu unserer langjährigen Zusammenarbeit.

Auf Wunsch berichtete ich über meine Erfahrung mit der Hörschädigung, die mit 37 Jahren durch einen Hörsturz begann, nachdem ich bis dahin gut gehört hatte, in verschiedenen Chören mit öffentlichen Auftritten gesungen hatte, meine Schulzeit völlig unauffällig, was das Hören anging, absolvierte, sowie mein Examen als Kinderkrankenschwester machte.

Ein bedeutender Einschnitt war dieser erste Hörsturz in Kombination mit stark ausgeprägtem Tinnitus nach einem anstrengenden Dienst im Krankenhaus! Es folgten mehrere Hörstürze beidseitig in den darauffolgenden 13 Jahren. Ich erlebte eine wahre Odyssee – keine Therapie konnte mir helfen, der Leidensdruck war immens! Ich bekam volldigitale Hörgeräte, die mir aber leider nach 13 Jahren kein ausreichendes Sprachverstehen mehr ermöglichten. Nach langer Recherche entschied ich mich endlich zur Cochlea–Implantation. Es war die beste Entscheidung, die ich habe treffen können!

Fragen der Studierenden an mich: Wie erlebte ich die Versorgung mit zunächst einem, dann einem zweiten Cochlea Implantat? Wie waren die Schritte zu einem Sprachverstehen und später zu einem Musikverstehen?

Schon nach kurzer Zeit der Erstanpassungen durch Audiologen und intensiven Übens in speziellen Trainingseinheiten durch Logopäden und Audiotherapeuten, insbesondere durch eine fünfwöchige stationäre Reha, erreichte ich ein gutes Sprachverstehen. Üben von Vokalen und Konsonanten, Einsilber und ähnlich klingende Einsilber, vorgelesene Texte Satz für Satz nachsprechen (Speech Tracking), Hören und Verstehen in Ruhe und in geräuschvoller Umgebung (Foyer, Lokal, Kirche Konzerthalle), Das Richtungshören/räumliches Hören – wurde erst gut mit zwei CI's!

Das Musikverstehen mit nur einem CI war noch schlecht. Mit zwei CI's zu hören, brachte für mich den Durchbruch zum Musikhören – allerdings nach Jahren des intensiven Trainings mit von mir bekannten Musikstücken aus meiner Zeit des guten Hörens. Aufgeben kam für mich nicht in Frage!

Und so entstanden dann zusammen mit Dr. Sascha Roder, der einen guten Kontakt zu den Musikern der Oper Frankfurt und der Musikhochschule hatte, unsere vielfältigen Musikprojekte, Tanz -, Percussion- und inklusiven Chorprojekte.

Fragen der Studierenden an mich: Wie hört es sich an mit CI?

Anfangs blechern, nach Computerstimme, wie Micky-Maus, ein gewisser Nachhall, was sich aber nach jeder neuen Sprachprozessor – Einstellung durch den Audiologen verbesserte. Nach einiger Zeit hörte es sich ganz normal an.

Fragen der Studierenden an mich: Warum arbeite ich in der Selbsthilfe? Was sind die wichtigsten persönlichen Beweggründe gewesen, um andere Menschen zu beraten?

Ich habe mich für die Arbeit in der Selbsthilfe entschieden, weil ich etwas zurückgeben wollte, da ich vor meiner Implantation Menschen mit CI kennengelernt hatte, die mir sehr hilfreich bei meiner Entscheidungsfindung zur Seite standen.

Entscheidend ist für mich dabei auch, Fragen angehender CI-Kandidaten zu beantworten, ihnen Zweifel und Ängste zu nehmen, indem ich ihnen von meinen eigenen, ähnlichen Erfahrungen berichte. Bei nur einseitig ertaubten Menschenorganisiere ich Treffen mit Menschen, die bereits über ihre ganz speziellen Erfahrungen und Trainings nach einseitiger CI-OP berichten können. Auch die Öffentlichkeitsarbeit spielt hier für mich eine große Rolle, wie z.B. Infostände am CI-Tag, am SHG-Tag im Römer und am Hörtag an der HNO-Universitätsklinik Frankfurt am Main.

Fragen der Studierenden an mich: Wohin entwickelt sich aus meiner Sicht die Selbsthilfe für hörbeeinträchtigte Menschen, insbesondere für die junge Selbsthilfe, Versorgung von Kindern? Spielt dies eine zunehmende Rolle oder nicht?

Ja! Die junge Selbsthilfe Deaf Ohr Alive (DOA) ist sehr aktiv, auch besonders auf Social Media. Taube Ohren, die trotzdem hören…. sie sind durch Spaß geformt, leiten Blogwerkstätten, organisieren Events und Seminare und treffen sich spontan in Lokalen und Kneipen, um Spaß zu haben und sich auszutauschen.

Die Erwachsenen Selbsthilfe, darunter Berufstätige und nicht mehr Berufstätige, organisieren Stammtische, CI-Cafe's, Hörtrainings, Exkursionen, um die Kommunikation zu fördern und Öffentlichkeitsarbeit mit viel Beratungsbedarf.

Für die CI-Kinder gibt es eigenständige Eltern-Kind-Gruppen wie die „Kleinen Lauscher" und die Elternvereinigung hörgeschädigter Kinder in Hessen e.V. Das „CIC Cochlear Implant Centrum Rhein-Main" engagiert sich seit sehr vielen Jahren intensiv für die Hör- und Sprachförderung für Kinder.

Wichtig ist für mich, dass sich die Selbsthilfe mit neuen Ideen, vielleicht einem neuen Stil, aber weiterhin mit viel Engagement und Empathie weiterentwickelt.

Eine Studentin berichtete über eigene Hörstürze und ihr großes Interesse an der Hörproblematik! Sie möchte sich später diesbezüglich in sozial-pädagogischer Hinsicht beruflich orientieren. Sie äußerte, durch meinen Vortrag erfahren zu haben, dass es auch dann, wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen, noch Hilfe durch das CI gibt und diese Erkenntnis habe sie enorm beruhigt.

Januar 2024
Ingrid Kratz 

Die Studierenden an der Hochschule Bielefeld haben sich in dem Seminar „Unterstützung von Menschen mit Hörbeeinträchtigung als Aufgabe Sozialer Arbeit“ intensiv mit Fragen zu ein- und beidseitigen Höreinschränkungen bei Spät-Schwerhörigen und Spät-Ertaubten, der Versorgung mit einem Cochlea-Implantat und den damit einhergehenden ethischen Aspekten wie auch konkreten Fragen zur beruflichen und sozialen Teilhabe beschäftigt. Die Seminarsitzung zu „Selbsthilfe-gruppen“ wurde bis zu dem Gastvortrag von Ingrid Kratz nur kurz angeschnitten, denn der Schwerpunkt bei diesem wichtigen Thema sollte auf den praxisbezogenen Austausch mit einem langjährigen Profi gelegt werden.
Es zeigte sich bereits nach kurzer Zeit, wie besonders die Geschichte und die Erlebnisse von Ingrid Kratz sind. Die Studierenden zeigten sich sichtlich beindruckt, besonders über das Durchstehen und die allmähliche Akzeptanz einer Höreinschränkungen über viele Jahre. Das Teilhaben an den vielfältigen Stationen mit Rückzugstendenzen durch die zunehmende verschlechternde Hörleistung, das Einlassen auf die erste und dann später zweite Versorgung mit einem Cochlea-Implantat sowie die vielfältigen Erfahrungen in der Selbsthilfearbeit verdeutlichte den angehenden Sozial-arbeiter*innen, was sich hinter dem Thema „Unterstützung von Menschen mit Hörbeeinträchti-gung“ verbergen kann. Noch Wochen später, zum Ende des Semesters und dem Rückblick auf die inhaltlichen Facetten des Seminars betonten die Studierenden die Wichtigkeit dieses praktischen Einblicks sowie ihren Erkenntnisgewinn. So gut ich als Lehrperson auch über die Praxis und von meinen Erfahrungen im Austausch und der Arbeit mit hörbeeinträchtigten Menschen berichten kann: nichts reicht an die unmittelbaren Berichte von selbst Betroffenen heran. Keine Theorie kann so nachhaltig wirken wie das unmittelbare Erzählen von Menschen, die selbst vor einer Hörschädigung betroffen sind und ihre Eindrücke darlegen. Wir sind sehr dankbar, das Ingrid Kratz uns auf ihrer Reise durch ihre sehr persönlichen Erfahrungen mitgenommen hat.
Dr. Sascha Roder, Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Hochschule Bielefeld.

TaubCI's im hanseatischen Silvester-Krawall

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Am Silvesterwochenende kamen vom 29.12.23 - 01.01.24 Deafies aus ganz Deutschland und sogar Österreich, Schweden und Polen zusammen – 36 an der Zahl – um gemeinsam in der Hansestadt Hamburg das neue Jahr zu begrüßen.

Eins vorweg: Langweilig wurde es uns definitiv nicht, wir hatten ein umfangreiches Programm im Angebot. Wer zwischendurch mal eine Pause machen bzw. einen Programmpunkt auslassen wollte, durfte dies natürlich tun, ganz entspannt, sodass sich alle wohlfühlen, getreu dem Motto "Alles kann, nichts muss", wie unsere Selbsthilfgruppenleiter-Coachin Vera Starke gerne betont 😊.

Am Freitag, dem ersten Tag, hatten alle TeilnehmerInnen bis 19 Uhr Zeit, um in der Jugendherberge anzukommen. Die DJH "Auf dem Stintfang" bietet einen tollen Blick auf die Landungsbrücken, sowohl von der Terrasse aus als auch von innen durch die großen Panoramafenster. Für ein erstes Kennenlernen sind wir um 20 Uhr auf den Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg gegangen und ließen es uns bei Bratwurst, Pizzabrötchen, Lángos und Kartoffelplätzchen schmecken... Moment, da fehlt was... Ja! Genau: Glühwein und Punsch dürfen natürlich nicht fehlen 😀. 

Am nächsten Morgen, Samstag, ließen wir uns zunächst das Frühstück schmecken, packten unsere Lunchpakete und dann ging es ab nach draußen - das Hamburger Schietwetter meinte, zumindest laut Vorhersage, dass es heute keine Lust hat... noch nicht, aber das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber alles der Reihe nach: Draußen vor der Jugendherberge gaben die Gruppenleiter/Organisatoren Caro Stothut und ich, Jan Röhrig, erstmal ein kleines Briefing zum Tagesablauf - schön barrierefrei mit der FM-Anlage des CIV HRM e.V. 😉. Auf dem Plan standen eine "Schneckenjagd" durch Hamburg, anschließend das Holthusenbad, eine römisch/antik anmutende Therme und danach ein gemeinsamer Koch- und Spieleabend im Haus des Bundes der Schwerhörigen e.V. (BdS). Hier ein großes Dankeschön an den BdS e.V., dass wir dessen Räumlichkeiten nutzen durften, das war richtig Gold wert!

Einige werden sich fragen, andere wissen es vlt. schon, was es mit der "Schneckenjagd" auf sich hat. Es ist eine Schnitzeljagd, die bei uns allerdings seit der Juleica-Ausbildung 2019 zu "Schneckenjagd" umgetauft wurde, in Anlehnung einer hörSCHNECKE. Für die Schneckenjagd und andere organisatorische Aufgaben ist das Orga-Team (Caro und ich) schon einige Wochen vor dem Silvesterwochenende nach Hamburg gereist, um Route und Rätsel vor Ort auszutüfteln. Um 10 Uhr startete die erste Gruppe und begann, die Rätsel zu lösen, die immer wieder zu einem neuen Hinweis oder Rätsel führten. Die zweite Gruppe startete 10 min später, mit dem Ziel, die erste Gruppe einzuholen. Die Route führte von der Jugendherberge über den Michel, die Binnenalster, die Speicherstadt bis hin zur Elbphilharmonie. Dann sollte es eigentlich noch durch den alten Elbtunnel auf die andere Seite der Elbe zum "Viewing Point" gehen, das haben wir dann abgekürzt, da das Hamburger Schietwetter mitten in der Schneckenjagd der Meinung war, uns zu ärgern... haha, wen wundert's? Auch wenn Gruppe 2 Gruppe 1 eingeholt hatte: Belohnung gab es an der Jugendherberge trotzdem für alle: Schnecken! Nein, keine Tier-Schnecken, sondern Pizzaschnecken, mhmm!

Durchgefroren von der Schneckenjagd konnten wir im Holthusenbad wieder entspannt auftauen. Mit Deafis ins Schwimmbad zu gehen, ist immer wieder ein tolles Erlebnis: Da wir alle unsere Hörsysteme im Wasser nicht tragen können, unterhalten wir uns entweder in Gebärden oder lesen vom Mund ab, was der/die andere sagt. Und selbst wenn das mal nicht klappen sollte, sind wir alle so feinfühlig, dass wir uns auch ohne Worte sehr gut verstehen. Und überhaupt: Man muss ja nicht nonstop quatschen, das machen wir eh schon, wenn wir unsere Hörsysteme anhaben. Um einfach mal entspannt im Whirlpool zu liegen oder für Kaltwasser-Challenges braucht man keine Worte: Man schaut sich gegenseitig an und versteht sich, so einfach ist das, denn mit "Schwerhörigen passieren Dinge, die mit Normalhörenden nicht passieren", um Gesa Temmelmann zu zitieren 😊.

Nächstes Tageshighlight war der gemeinsame Koch- und Spieleabend im Haus des BdS e.V.. Bereits vorab haben wir Gruppen eingeteilt, die für das Kochen, Tischdecken und Dekorieren zuständig waren. Das hat super geklappt, alle haben mit angepackt, sodass wir ein tolles Menü gezaubert haben! Im weiteren Verlauf des Abends, wurden Kartentricks gezeigt, getanzt, gespielt oder einfach schön gequatscht. Das Haus war groß genug, sodass man sich aussuchen konnte, ob man gerade lieber in ein etwas ruhigeres Zimmer zum Quatschen und Spielen oder zum Tanzen und Party machen geht. Ein rundum gelungener Abend, der bis in die frühen Morgenstunden ging, zumindest für den harten Kern 😀, der dann immer noch ein paar Tanzschritte auf die Reihe bekam.

Am Sonntagvormittag gab es einen Putztrupp aus fünf TeilnehmerInnen, die sich bereit erklärt haben, das Chaos vom Vorabend im Haus des BdS aufzuräumen, das hat sehr gut funktioniert! Viele Hände, schnelles Ende😉. Die restlichen TeilnehmerInnen hatten den Sonntagvormittag bis Mittag Zeit zur freien Verfügung und konnten tun oder lassen, was sie wollten: Einige haben Rätsel im Escape-Room auf dem Schiff "Cap San Diego" gelöst, eine Stadtrundfahrt im roten Doppeldeckerbus gab es auch im Angebot. Viele entschieden sich dafür, gemütlich in ein Café zu gehen oder im Foyer der DJH auf einem Fat-Boy-Sitzsack zu chillen. Der Sonntagvormittag bzw. Mittag war also ein wenig wie die Ruhe vor dem Sturm: Nachmittags ging es mit Discolicht und -musik auf die Eislaufbahn im Park "Planten un Blomen". Ein paar Amateur-Akrobatik-Einlagen, die fleißig per Video dokumentiert wurden, konnten wir verletzungsfrei aufführen und hatten eine Menge Spaß dabei! 

Ein für mich persönliches Highlight war die anschließende Hafenrundfahrt in einer Barkasse (das ist ein Boot/Schiff), die wir komplett für uns allein gebucht hatten. Der Kapitän begrüßte uns alle an Bord und schon bald ging es los, Hamburg bei Nacht vom Wasser aus zu bestaunen. Wir hatten die Möglichkeit, die Bordanlage via Bluetooth mit einem Handy zu verbinden, um eigene Musik zu hören. Da war ich zunächst skeptisch, ob das eine so gute Idee ist, da der Schiffsmotor schon sehr laut war. Nach ein paar Minuten probierten wir es dennoch aus: Alle waren begeistert und unsere Sightseeing-Hafenrundfahrt mutierte zur "geilsten" Party-Hafenrundfahrt, wie mir ein einheimischer, hamburger Teilnehmer mit strahlenden Augen im Nachhinein verkündete, denn er habe schon viele Hafenrundfahrten erlebt, aber dies sei mit Abstand die Beste gewesen 😊. Richtig cool war auch, dass man die Liedtexte auf dem Handy mitlesen konnte, sodass diejenigen, die ein Lied nicht kannten, trotzdem mitsingen und viel Spaß haben konnten!

Nach der Party-Hafenrundfahrt tickten die letzten Stunden des Jahres 2023, die nutzten wir für ein entspanntes Abendessen in einer Pizzeria. Danach ging es gegen 22:00 zurück zur Jugendherberge: Der Weg war ziemlich abenteuerlich. Wir wussten zwar, dass viele Menschen das Feuerwerk an den Landungsbrücken bestaunen wollen, dort, wo auch unsere Jugendherberge war. Aber dass es SOOOO viele Menschen sind, hätte ich nicht gedacht. Die U-Bahnen waren brechend voll, nun ja, so etwas erlebt man vlt. auch mal, wenn es ein bedeutendes Fußballspiel gibt. Aber dann: Der gesamte Stintfang-Hügel (auf dem unsere DJH "auf dem Stintfang" steht), war voller Menschen. Es sah aus, als ob der Hügel selbst nur aus Menschen besteht, es war schon ein sehr krasser Anblick. Zunächst wussten wir nicht, wie wir zu unserer Jugendherberge kommen sollten. Dazu sind wir erstmal um den halben Hügel außen herumgelaufen, bis wir zur Parkplatzeinfahrt der DJH kamen, dort waren zum Glück nur wenige Menschen und auch Polizei, die alles absicherte.

In der Jugendherberge konnten wir TaubCI s von der bereits erwähnten Terrasse und durch die großen Panoramafenster um Mitternacht das große Feuerwerk-Krawall bestaunen und gemeinsam auf das neue Jahr anstoßen! Richtig genial war, dass die Bar der Jugendherberge und ein DJ mit Discotanzfläche noch bis lange nach Mitternacht Cocktails machte und Musik auflegte. Das nutzten wir natürlich schön aus und ließen uns von der Musik treiben und tanzten, was das Zeug hielt.

Am Neujahrsmorgen gab es ein deftiges Katerfrühstück mit rollmops-ähnlichem Fisch und Allerlei, was gegen einen dröhnenden Schädel hilft. Gestärkt und halbwegs wach machten wir noch ein Gruppenfoto. Anschließend traten alle ihre Reise nach Hause an. Der Wunsch nach einem Silvester-Event für 2024/25 war beim Abschied unüberhörbar und ich darf schon jetzt verkünden, dass die nächste Silvester-Party im schönen Freiburg im Breisgau steigen wird. Bis dahin genießt das neue Jahr 2024 und bis bald!!

Jan Röhrig 

CI-Netzwerk Darmstadt-Dieburg - Treffen der SHG Darmstadt…

CI-Netzwerk Darmstadt-Dieburg - Treffen der SHG Darmstadt

… am 27. Januar 2024. - In großer Runde kamen wir zu unserem ersten Treffen im neuen Jahr zusammen – mit 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war dieses Treffen mehr als gut besucht und wir konnten vier neue Gäste begrüßen.

Es gab einen Ausblick auf die geplanten Themen im neuen Jahr: 

  • Besuch einer Theaterprobe im Darmstädter Staatstheater mit der Möglichkeit, die Ringschleife auszutesten.
  • Workshop: Hörtraining zu Hause! Wie stelle ich es an? Welche Hilfsmittel oder Medien kann ich verwenden? – Hierzu ist ein Referent eingeladen.
  • Workshop: Wie gehen unsere Angehörigen mit unserer Schwerhörigkeit/Taubheit um? Treffen mit Betroffenen und Angehörigen.

Danach hatten wir im persönlichen Gespräch einen intensiven Austausch über aktuelle Fragestellungen wie Technik, bevorstehende CI-Versorgungen sowie die damit verbundene Nachsorge bzw. Reha. Gerade die neuen Teilnehmerinnen konnten hier sehr von den Beiträgen und Informationen der anwesenden erfahrenen CI-Trägerinnen und Trägern profitieren.

Nicht zuletzt wurde das Gesprächsangebot abgerundet durch den leckeren Kuchen und die Muffins, die zwei Teilnehmerinnen mitbrachten. Zum besseren Verständnis untereinander sorgt unsere Ringschleife, die wir vor jedem Treffen im Raum auslegen. – So konnten wir in netter und lockerer Runde einen angenehmen und informativen Nachmittag verbringen.

Februar 2024
Annette Rausch-Müller
CI-Netzwerk Darmstadt-Dieburg, SHG Darmstadt 

Gute Nachrichten: Gehörlosengeld in Hessen zukünftig ab GdB 80!

Gehorlosengeld

Mit der Einführung des Gehörlosengeldes in Hessen im Juli 2021 wurde ein zentraler Baustein der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Hörbehinderung gesetzt, der aber einige Schönheitsfehler in sich trug. So wünschenswert das Ergebnis damals war, so strittig war ebenfalls, dass manche Menschen, die den exakt gleichen Hörstatus hatten (medizinisch taub, also gehörlos) das Gehörlosengeld erhielten, andere nicht.

Diesen Umstand haben wir sowohl im Gesetzgebungsverfahren 2021 als auch im weiteren Verlauf der Legislatur und ebenso in unseren Wahlprüfsteinen an die Parteien zur Landtagswahl 2023 immer wieder zu Gehör gebracht. Um so mehr freuen wir uns, dass im Koalitionsvertrag von CDU und SPD nunmehr verankert wurde, dass das Gehörlosengeld in Zukunft bereits bei einem Grad der Behinderung (GdB) von 80 gezahlt werden soll.

Wir hoffen nun sehr, dass die neue Regierung sich auch zeitnah nach der Vereidigung daran macht, den folgenden Punkt aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen: „Das erfolgreiche Gesetz zur Teilhabe von Menschen mit Sinnesbehinderung (Taubblinden- und Blindengeld sowie Gehörlosengeld) wollen wir weiterentwickeln. Das Gehörlosengeld wollen wir künftig bereits ab einem Grad der Behinderung von 80 gewähren."

Also CDU und SPD: Machen ist wie wollen – nur krasser! Schluss mit: Gleich taub – ungleich behandelt JETZT!

Michael Schwaninger
Vorsitzender
CIV HRM e.V.

#taubundtrotzdemhoeren #cochleaimplantat #civhrm 

Verabschiedung von Herrn Professor Christian Desloovere

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Verabschiedung von Herrn Professor Christian Desloovere von der Universitätsklinik in Leuven

Es werden sich noch einige Mitglieder der CI-SHG aus der Anfangszeit in Frankfurt an Herrn Oberarzt Desloovere erinnern, der damals unter Professor von Ilberg 1987 die CI-Versorgung in Frankfurt mit angeschoben hat.

Er war auch Mitinitiator zur Gründung der SHG am 29.09.1989, die damals von Karin Steffens geleitet wurde. Nach jahrelanger Tätigkeit in Frankfurt ereilte Herrn Desloovere 1994 der Ruf an die Universität in Leuven, die dortige HNO-Abteilung als Professor zu leiten. Diesen Karrieresprung konnte er sich nicht entgehen lassen, er blieb aber auch danach immer in Kontakt mit der CI-Gruppe in Frankfurt und der HNO-Uniklinik.

Nach nun fast 30 Jahren stand die Emeritierung an und seine Mitarbeiter und seine Frau planten ohne sein Wissen eine Abschiedsfeier für den 29.09.23. Als Überraschungsgäste wollte man auch einige ehemalige Kollegen und CI-Träger aus Frankfurt dabei haben und hat den damaligen Chef, Prof. von Ilberg, seinen Kollegen Dr. Kiefer, Frau Steffens, den CIV-.HRM-Leiter Michael Schwaniger und mich als Vertreter für meine Frau als CIV-HRM-Mitgründer eingeladen.

Die Einladung erfolgte bereits im Juni. Obwohl es eine sehr lange Zeit der Vorbereitung und Planung war, haben alle Beteiligten vollkommen dicht gehalten. Leider konnten nur Karin Steffens und ich kommen, die Anderen waren geschäftlich bzw. krankheitsbedingt kurzfristig verhindert.

Bis Frau Desloovere ihren Mann endlich dazu bewegen konnte, zur Abschiedsfeier mit zu kommen, ahnte er nicht, was auf ihn zukommen würde, erst als er mein Auto mit Frankkfurter Kennzeichen vor der Tür stehen sah, ahnte er Schlimmes, denn als er eintrat, fand er fast alle Mitarbeiter zu seinem Empfang im Raum, etwa 80 Personen.

Und dann auch noch Karin Steffens und mich. Er war völlig überwältigt und brauchte einige Zeit, um diese Eindrücke zu verarbeiten. – Als Andenken an Frankfurt und Erinnerung an die CI-SHG-Frankfurt habe ich eine Kiste Apfelwein, einen Bembel und 6 Gläser mitgebracht, für die sich auch seine Frau sehr bedankte, denn sie hatte sich in der Zeit in Frankfurt auch sehr mit dem Apfelwein angefreundet.

So wird das Andenken an Frankfurt auch auf diese Weise wachgehalten und wenn wieder ein Jubiläum ansteht, wird das Ehepaar Desloovere bestimmt wieder dabei sein.

Karl-Wolfgang Kaiser
CI-SHG-Frankfurt
Oktober 2023 

Wir trauern um Wolfgang Kutsche

Mit tief empfundener Trauer nehmen wir Abschied von unserem ehemaligen Leiter der CI-SHG-Mittelhessen und langjährigen Kassenwart des Cochlear Implant Verbands Hessen-Rhein-Main e.V. 

Wolfgang Kutsche trat nach erfolgreicher CI-Versorgung 2009 in den CIV HRM e.V. ein und fand sehr schnell Freude daran, sich für andere hier zu engagieren. So übernahm er zunächst die Leitung der CI-SHG-Mittelhessen und stellte sich alsbald für das Amt des Kassenwartes zur Verfügung, das er mit der ihm eigenen Genauigkeit und Hingabe ausfüllte. Auf Wolfgang konnten wir uns als Vorstand des CIV HRM e.V. immer verlassen. Er hatte die Zahlen und Zahlungen stets unter Kontrolle und bekam auf jeder unserer Mitgliederversammlungen nicht nur eine einstimmige Entlastung, sondern jeweils auch ein besonderes Lob von unseren Kassenprüfern.

Neben diesen Formalien, die für einen Verein natürlich wichtig sind, war Wolfgang Kutsche vor allem ein sehr feiner Mensch, ein guter Zuhörer, fest und bestimmt in seinen Werten und für uns alle ein guter Freund, mit dem es Freude machte, sich auszutauschen und über Gott und die Welt zu philosophieren.

In den Stunden des Abschiedes voll Trauer und Schmerz sind unsere Gedanken bei seiner Ehefrau Barbara und ihren Angehörigen.

Wolfgang, Du bleibst in unser aller Herzen unvergessen!

Für den Vorstand des Cochlear Implant Verbands Hessen – Rhein-Main e.V.

Michael Schwaninger
Vorsitzender 

Aktive in der CI-Selbsthilfe lernen miteinander

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- Ein Seminarwochenende des Cochlear Implant Verbandes Hessen-Rhein-Main e. V. -

Unser diesjähriges Seminar für SHG-Leiter:innen und Aktive in der CI-Selbsthilfe fand vom 15. bis zum 19. September 2023 in der Jugendherberge Tholey/Saarland statt.

Das Seminarwochenende wurde von Supervisorin und Systemischer Therapeutin Vera Starke aus Berlin geleitet. Sieben ehrenamtlich Aktive und die Seminarleiterin reisten ins Saarland und verbachten auf Einladung des CIV HRM ein arbeitsreiches, lehrreiches und stärkendes Wochenende miteinander.

Die Veranstaltung stand unter der Überschrift „In der SHG kommunizieren – gut auf eigene Kräfte achten! Wir zusammen! Ich mit mir und mit anderen!" Das Seminarprogramm sollte die Reflexion der eigenen Werte und Beweggründe für das Engagement in der Selbsthilfe ermöglichen und Kommunikationssituationen in den Selbsthilfegruppen beleuchten. Zudem sollte es die Beschäftigung mit individuellen Veränderungswünschen, Zielen und Ressourcen für neues Handeln ermöglichen.

1. Tag
Am Freitagnachmittag startete das Seminarwochenende mit Kaffee und Kuchen. Nach Kennenlernrunde und Überblick über das Programm stellten alle einen mitgebrachten, persönlich bedeutsamen Gegenstand vor. Dabei wurden eigene Prägungen und Vorlieben reflektiert und mitgeteilt. Es war ein Kennenlernen, das „Ankommen" aus dem Alltag ermöglichte und zudem Spaß machte.

Weiter ging es mit einer Sammlung von Themen und Situationen für die Supervision am nächsten Tag und mit der Klärung erster Anliegen, welche die Teilnehmenden aktuell beschäftigten. Durch die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen in der Gruppe sowie die kompetente Leitung der Referentin entstand ein fruchtbarer, bereichernder Austausch, den wir nach dem Abendessen in gemütlicher Atmosphäre fortsetzten. 

2. Tag
Am Samstag konnten wir mit Hilfe des bildhaften Reflexionstools "Zirkusarena" überlegen, wie wir uns derzeit in unserer Selbsthilfetätigkeit verortet sehen. Sehen wir uns „in Balance", „auf wackeligen Beinen", „brennen wir für etwas" oder sind wir auf Kletterpartie"? Wie begründen wir das? Ist das wunschgemäß oder möchten wir es anders? - Dies waren Fragen, die uns beschäftigten. Anschließend führte die Supervison der bereits eigebrachten Themen und Anliegen zu einer hilfreichen Sammlung von Lösungsideen, praktischen Tipps und weiterführenden Informationen aus der Gruppe.

Vor der Mittagspause erforschten wir gesellschaftliche und eigene Werte sowie ihre Bedeutung für unsere Ziele und unser Handeln in der Selbsthilfe und im persönlichen Kontext. Der „Baum der Erinnerung" rundete den Vormittag ab. Sowohl Bedingungen für unseren ehrenamtlichen Einsatz, als auch Früchte und Wurzeln, die eine erfolgreiche Arbeit begünstigen, fanden am Baum ihren Platz. Auch hier führten wieder die unterschiedlichen Erfahrungen und Blickwinkel zu erweiterten persönlichen Einsichten. 

Am Nachmittag ging es um die Einführung in das ressourcenorientierte Selbstmanagement mit den Tools des „Zürcher Ressourcen Modell" (ZRM) nach Maja Storch und Frank Krause. Diesen Workshop leitete Adriane Schmitt - teilnehmende SHG- Leiterin, Referentin und systemischer Coach. Das Selbstmanagement-Training nach ZRM will dabei unterstützen, sich über aktuelle Lebensthemen klar zu werden, Ziele zu entwickeln und eigene Ressourcen für zielrealisierendes Handeln zu aktivieren.

Im Einführungs-Workshop konnten die Teilnehmenden mit Hilfe des Unbewussten eigene zentrale Bedürfnisse fokussieren und diese vom Wunsch zu einem Haltungsziel weiterentwickeln, das als starkes Motto in eigener Sache praktisches Handeln fördert. Als Zugang wurden schönes Bildmaterial und eine Prise Humor genutzt. Eigene Körpersignale als „somatische Marker" und kraftvolle Bewegungen als Verkörperung der Herzenswünsche waren Elemente, die im Workshop erprobt wurden. Dabei wirkte die Gruppe durch die Methode des Ideenkorbs ergänzend und bereichernd. Schließlich wurde das identifizierte Ziel als zugkräftiges Motto in eigener Sache umformuliert. Motto, Bild und ein passender Körperausdruck konnten für die eigenen Veränderungsvorhaben mit nach Hause genommen werden.

Den Abend verbrachten wir mit einer kreativ-kommunikativen Mal-Aktivität, bei der sich die Teilnehmenden den anderen mit „Wahrheit oder Lüge" vorstellten. Ziel war hier, wie auch bei den anderen Bewegungsspielen oder Meditationen während des Seminars, ganz im derzeitigen Moment zu bleiben und sich nochmal von einer anderen Seite kennenzulernen. 

3. Tag
Am Sonntagvormittag öffnete Vera Starke den Kommunikations-Handwerkskoffer mit Modellen und dem Praxistransfer. Dabei beschäftigten wir uns mit unterschiedlichen Aspekten gelingender Kommunikation.

Das Senden und Empfangen von Botschaften erfolgt nach Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun immer auf vier Ebenen. Weil der Sender sich auf vier Ebenen äußert - auch wenn ihm dies nicht bewusst ist - und der Empfänger diese Äußerung auf vier verschiedene Arten hören und interpretieren kann, geht Kommunikation bisweilen mit Missverständnissen einher. Mit dem „Vier- Ohren-Modell" lassen sich Störungen in der Kommunikation verstehen und klären. Bewusstere Kommunikation wird mit diesem Wissen möglich. Dies wurde an hilfreichen Fallbeispielen besonders deutlich.

Vor dem Abschluss des Seminars reflektierten wir über dieses Wochenende.
Wie kam ich hier an? Was nehme ich mit? Was hat mich berührt? Was habe ich gelernt? ...

Mit einem Präsent dankten wir Vera Starke ganz herzlich für ihre Seminarleitung, Supervision und Moderation. Wir freuen uns auf ein nächstes Seminar mit ihr!

Gestärkt - sowohl als Gemeinschaft als auch individuell - verabschiedeten wir uns voneinander. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten! 

Adriane Schmitt
CI-Treff Hessische Bergstraße 

Wahlprüfsteine Hessen - Teil 2

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Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des CIV HRM e.V.,

wie am Wochenende versprochen, reichen wir heute in Sachen Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in Hessen am 08.10.2023 die Partei noch nach, die sich erst später gemeldet hat. Somit komplettiert sich unser Bild über die Antworten der Parteien und gibt Ihnen einen umfassenden Blick auf jene Themen, die uns als Hörgeschädigte besonders betreffen.

Und wie bereits am Wochenende wiederhole ich gerne meinen Aufruf zur Wahl zu gehen. Jede Stimme zählt für Demokratie und Freiheit, SIE haben die Wahl im wahrsten Sinne des Wortes. Gerne zitiere ich an dieser Stelle unseren Bundespräsidenten, der sagt: „Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie die vornehmste Bürgerpflicht."

Auf WIEDERhören

Michael Schwaninger
Vorsitzender
Cochlear Implant Verband Hessen – Rhein-Main e.V. 

Wahlprüfsteine Hessen

Übersicht


Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des CIV HRM e.V.,

die Landtagswahlen in Hessen rücken näher und wir möchten Sie heute in aller Transparenz darüber informieren, welche Rückläufe wir von den Parteien bekommen haben, die wir um Stellungnahmen zu unseren Wahlprüfsteinen am 25.07.2023 gebeten haben.

Die vollständigen Texte dieser Antworten finden Sie wie versprochen hier, so dass Sie sich selbst ein gutes Bild machen können, was Sie von den Parteien erwarten können, so diese denn letztlich in die Regierungsverantwortung kommen. Der Partei, die uns bisher nicht geantwortet hat, wurde mitgeteilt, dass wir dies als „Fehlanzeige" entsprechend veröffentlichen werden. Sollte es noch Nachzügler geben, melden wir diese natürlich entsprechend hier nach.

Beim Einlesen in die Antworten werden Sie sehen, dass unsere Anliegen sehr wohl gehört werden. Die Interessen der Menschen mit Hörbehinderungen spielen in den uns zentralen Themen eine immer größere Rolle, was sicher auch den über die Zeit intensivierten Aktivitäten der Selbsthilfe und ihrer Verbände zu verdanken ist. Diese Lob gebe ich gerne an unsere Selbsthilfegruppen und Engagierten im CIV HRM e.V. weiter.

Wir bedanken uns bei den Parteien für das Engagement in dieser Sache und wünschen für den 08. Oktober 2023 alles Gute und möge der Bessere gewinnen!

Ich appelliere an Sie alle, machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch, stärken Sie die Demokratie und Freiheit in Hessen und bringen Sie sich und unsere Themen ein, sei es vor Ort, in den Städten und Gemeinden, auf kommunaler oder auf Landesebene!

Auf WIEDERhören

Michael Schwaninger

Vorsitzender
Cochlear Implant Verband Hessen – Rhein-Main e.V. 

Ein außerOHRdentlicher Urlaub

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 Das gibt's doch nicht! Wir waren baff. Da reisten wir in ein verträumtes 3600-Seelen-Dorf in Süddeutschland, stiegen nach langer Fahrt aus dem Auto und die Vermieterin unserer Ferienwohnung empfing uns mit einem begeisterten "Sie haben ja AUCH Cochlea Implantate!" Bei ihr selbst hing nichts am Ohr - woher kannte sie sich aus? Wir erfuhren: Ihr Vater (83 Jahre alt) ist selbst CI-Träger. Und nicht nur das: Er lebt im selben Haus, in dem wir unsere Ferienwohnung gebucht hatten, genau eine Etage tiefer. Unverhofft kommt oft! 😉

Von so viel Zufall freudig überrumpelt, tauschten wir mit unserer Vermieterin sofort erste Basis-Erfahrungen in Sachen CI aus. Sie berichtete, dass ihr Vater - Egon Brixel - in Freiburg implantiert wurde und mit dem neuen Hören gut zurechtkam. Im Gegensatz zu uns hatte er nur ein CI. Die andere Seite war weiter mit Hörgerät versorgt, inzwischen allerdings ziemlich schlappohrig.

Im Laufe unserer Urlaubswoche lernten wir Vater Brixel auch persönlich kennen. Er freute sich sichtlich, uns als "lebende Beispiele" für bilaterale Cochlea Implantate zu sehen. Tatsächlich hatte er auch mal über ein 2. CI nachgedacht, traute sich aber nicht so recht, sein Glück erneut herauszufordern. Schließlich könne man nie sicher sein, ob wieder alles glatt geht. Objektiv gesehen hatte er gute Voraussetzungen: Herr Brixel war fit und sein resthöriges Ohr konnte sich nur verbessern. Michael sprach ihm Mut zu und war als Selbsthilfeverbandsvorsitzender voll in seinem Element. 😉

Am Abreisetag trafen wir unsere Vermieterin wieder. Sie erzählte, dass ihr Vater jetzt ernsthaft über das zweite CI nachdachte. Es schien, dass der Zufall, der uns zusammengeführt hatte, nun eine mehr als glückliche Fügung war.

Nur einen Tag später erhielt Michael eine WhatsApp: Herr Brixel will sich noch in diesem Jahr implantieren lassen.

Wir wünschen von Herzen alles Gute für BEIDE Ohren und hoffen darauf, auch weiter voneinander zu hören -gern in STEREO! 🙂

Elke Schwaninger
August 2023 

Wahlprüfsteine des CIV HRM e.V. zur Hessenwahl 2023

Hessischer-Landtag Fotoquelle: ©Hermann-Heibel

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des CIV HRM e.V.!

Im Oktober 2023 findet die Wahl zum hessischen Landtag statt und wie bereits in der CInderella angekündigt, haben wir uns als Selbsthilfeverband Gedanken gemacht, was uns bei dieser Wahl besonders wichtig ist. Adriane Schmitt, SHG-Leiterin im CIV HRM und pensionierte Schulleiterin hat dem Thema „Bildung und Erziehung in der Schule" einen besonderen Rahmen gegeben, aber auch die anderen Themen, die Adriane für uns formuliert hat, können sich sehen lassen.

Herzlichen Dank Adriane Schmitt für Dein tolles Engagement in dieser Sache! Wir werden hier auch berichten, wenn die Antworten der politischen Parteien eingehen. Das Schreiben ging jeweils an Sprecher*innen für Behinderten-, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialpolitik der Parteien, sowie die Fraktionen im hessischen Landtag.

Michael Schwaninger

Vorsitzender

Anbei das Anschreiben und die ausführlichen Wahlprüfsteine zum Nachlesen:


Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Cochlear Implant Verband Hessen - Rhein-Main e. V. (CIV HRM e. V.) ist ein regionaler Selbsthilfe-Verband in der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft e. V. (DCIG). Wir vertreten ehrenamtlich die Interessen von schwerhörigen und ertaubten Menschen in der Region. Ca. 1.000.000 Menschen in Hessen sind in unterschiedlichem Ausmaß von Schwerhörigkeit betroffen.

In regionalen Selbsthilfegruppen unterstützen wir schwerhörige und ertaubte Menschen auf ihrem Weg zum besseren Hören durch aktuelle Informationen, Beratung und Austausch von persönlichen Erfahrungen. Wir setzen uns für eine optimale Versorgung mit Hörtechnik und eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben ein. Barrierefreiheit und Inklusion sind für uns Voraussetzungen für gelingende Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Partizipation.

Im Anhang finden Sie eine Reihe von Fragen zu Themenkomplexen der Behinderten-, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialpolitik, die für selbstbetroffene hörbehinderte Menschen einen Unterschied in der Wahlentscheidung haben werden, insofern freuen wir uns auf Ihre Antworten. Aus Gründen der Transparenz werden wir sowohl die Fragen als auch die Antworten auf unserer Homepage www.civhrm.de veröffentlichen.

Michael Schwaninger

Vorsitzender

Cochlear Implant Verband Hessen – Rhein-Main e.V. 

Wie kam das Cochlea Implantat in die ARD-Erfolgsserie "In aller Freundschaft"?

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Elke Schwaninger interessierte sich für die Entstehungsgeschichte der aktuellen Folge (04.07.2023) und sprach mit Ulrike Barlow, die als Autorin am Drehbuch beteiligt ist. Hier ihr Interview:

ELKE SCHWANINGER: Liebe Frau Barlow, danke, dass Sie uns ermöglichen, hinter die Kulissen zu schauen.

Was hat Sie inspiriert, eine Geschichte zum Cochlea Implantat (CI) zu schreiben?

ULRIKE BARLOW: Die Geschichten, die bei "In aller Freundschaft" erzählt werden, entstehen immer in Teamarbeit.

Zwei Mal im Jahr treffen sich alle Autor*innen und diskutieren über gesellschaftsrelevante Themen, die in die Serie einfließen könnten. Dabei geht es sowohl um medizinische als auch persönliche Entwicklungen: Wie gehen Menschen mit ihrer Krankheit oder Behinderung um? Welche Emotionen durchleben sie? Und was liegt dahinter: Der Wunsch nach Optimierung oder nach Akzeptanz? Warum will man sowas - oder nicht? Es geht um Haltung. Mit diesem Grundgedanken wachsen unsere Erzählstränge im Team.

Dass die Geschichte zum Cochlea Implantat bei mir gelandet ist, war Zufall.

ELKE SCHWANINGER: Wo haben Sie sich über die medizinischen Hintergründe zum Cochlea Implantat informiert?

ULRIKE BARLOW: Ich habe eine Mediziningenieurin kennengelernt, die am Thema arbeitet.

Bei meiner Recherche zur "CI-Folge" stellte sich dann heraus, dass ein Ortsverein des Deutschen Schwerhörigenbunds (DSB) in meiner Nachbarschaft liegt. Eine Beraterin des DSB - selbst Hörgeräteträgerin- hat mir dann umfassend alle Fragen rund um Hörverlust und CI beantwortet. Außerdem haben wir im Team auch ärztliche Fachberater*innen, die uns zu medizinischen Aspekten beraten.

ELKE SCHWANINGER: Wie haben Sie speziell für die Rolle des schwerhörigen "Joshua Keller" recherchiert?

ULRIKE BARLOW: Auch hier hat mich die Beraterin des DSB mit ihrer fachlichen und persönlichen Erfahrung unterstützt. Sie hat zum Beispiel auf die Bedeutung des Mundbilds ("Lippenlesen") hingewiesen. "Joshua" trägt zunächst Hörgeräte, kann damit aber nicht mehr ausreichend verstehen. Wir machen das in der Serie auch akustisch über den Ton erlebbar und simulieren, wie gedämpft Sprache für ihn klingt. Ich habe mir vorab auch Videos zum Umgang mit Hörverlust angesehen.

ELKE SCHWANINGER: Was bedeutet HÖREN für Sie?

ULRIKE BARLOW: Sehr viel - ich stamme aus einer Musikerfamilie. Außerdem bin ich seit meiner Kindheit sehbeeinträchtigt . Da gewinnt das Hören natürlich persönlich immens an Bedeutung.

ELKE SCHWANINGER: Liebe Frau Barlow, ich danke Ihnen herzlich für das Gespräch. Ihr offenes Ohr für die Selbsthilfe hat uns sehr gefreut!

#taubundtrotzdemhoeren. #ci #civhrm

#inallerfreundschaft #hoeraufmich #cochleaimplantat 

Bericht zur Führung durch den alten botanischen Garten in Frankfurt am Main

Bericht zur Führung durch den alten botanischen Garten in Frankfurt am Main

Wir trafen uns vor der Führung im Cafe' Siesmayer, wo wir Christine Kaiser (Schwiegertochter von Wolfgang Kaiser) und ihren Ehemann herzlich begrüßten.

Frau Kaiser ist gelernte Gärtnerin mit einem abgeschlossenen Gartenbaustudium. Sie hatte vor ihrem Studium im botanischen Garten gearbeitet.

Der alte botanische Garten ist seit einiger Zeit dem Palmengarten zugeschlagen worden, da die Uni Frankfurt am Riedberg einen neuen, sehr modernen Betrieb aufgebaut hat. Dort ist die Atmosphäre clean, steril und alles computergesteuert, anders als der alte, wunderschöne Garten mit vielen verschiedenen Blumen, Pflanzen und Bäume, dazu sehr gut gepflegt!

Es gibt noch zwei alte, denkmalgeschützte Gebäude, die einer neuen Nutzung zugeführt werden sollen.

Zur Geschichte: 1763 Gründung einer Stiftung Senckenberg als Unterstützung der medizinischen Wissenschaft. Befand sich zunächst in der Nähe des Eschenheimer Turms, unter der Leitung von Ärzten und einem gelernten Gärtner.

1867 Erstmalige Leitung durch einen Botaniker, dadurch gab es immer mehr Pflanzen. Durch zunehmende Enge und Luftverschmutzung, die den Pflanzen zusetzte, wurde der Garten an den östlichen Teil des Palmengartens verlegt.

1930 Planung des 3. Gartens in der Siesmayerstraße. 2012 hatte die Stadt Frankfurt die Trägerschaft des botanischen Gartens vom Land Hessen übernommen.

Zu den Pflanzen: Im Teich finden sich ausschließlich einheimische Arten wie weiße Seerosen, die Teichmitte ist an der tiefsten Stelle 1,5 m tief. Es gibt viele Frösche, Libellen, Wasserläufer und leider auch Nilgänse, die z.Zt. aggressiv sind, da sie Junge haben!

Links vom Teich ist die Flora Mitteleuropas. Rechts vom Teich Pflanzen der restlichen Welt ( Asiatische Länder, Nordamerika, usw.)

Mitteleuropa würde ohne den Eingriff des Menschen vollständig aus Buchen - Mischwald bestehen, bis auf Moore, Bergregionen und Flusstäler. Die ältesten Bäume sind max. 70 Jahre alt!

Am Basaltbach gibt es viele bedrohte Arten, rote Schilder weisen darauf hin. Durch die Renaturierung von Bächen werden Fehler der Vergangenheit durch Begradigungen, Kanalisierungsarbeiten usw. versucht, wieder gut zu machen.

Wir sehen eine Sandsteppe, sie ist landwirtschaftlich eher uninteressant, bis auf den Spargel, das weiße Gold! Er benötigt sandige, nährstoffarme Böden in warmen Lagen, rund um Darmstadt und in der Mainebene zu finden. Ansonsten wachsen hier Pflanzen, die in Zukunft auch für unsere Gärten immer attraktiver wegen des Klimawandels werden!

Bei der Kalkmagerwiese sehen wir die ursprüngliche Landschaft, die vor dem Bau des Gartens vorherrschte. Sie bietet unzähligen Tierarten, Wildbienen, Schmetterlingen und Igeln Nahrung und Lebensraum. Sie wird nie gewässert und nur 2x jährlich gemäht.

Im mitteleuropäischen Teil des Gartens dominieren mediterrane Pflanzen, ostasiatische Pflanzen und Pflanzen aus Nordamerika. Der Taschentuchbaum kommt aus China.

Es gibt auch ein Kübelpflanzenquartier. Überwinterungsflächen sind die alten Gewächshäuser und eine Schattenhalle.

Arzneipflanzen gibt es im Hochbeetbereich: Zum Anhören gibt es hier kostenlose Audioprogramme. Auch ist dieser Bereich barrierefrei angelegt wie der gesamte Garten, bis auf das Alpinum, wo die Wege zu schmal sind.

Am Ende der sehr interessanten Führung bedankten wir uns bei Christine Kaiser ganz herzlich mit einem Blumenstrauß, da sie kein Honorar verlangte!

Ingrid Kratz 

Gespräche mit Hildegard im Bethesda-Cafe in Landau

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Hildegard Trauth ist seit 2014 hörgeschädigt, erst mit Hörgeräten und seit 2016 mit Cochlea Implantat (CI) links versorgt. 2017 bekam sie auch das 2. CI (rechts) und hat nun zwei Rondos von MED-EL.

Sie ist 60 Jahre alt und lebt seit dem 10.05.2016 im Bethesda-Wohnheim in Landau. Sie ist dort die einzige CI- Trägerin. Sie ist in der Behindertenwerkstätte in Offenbach/Ld. 3x in der Woche berufstätig. Bei Kaffee und Kuchen unterhalten wir uns über dies und jenes. Hildegard und Gisela sind beide Mitglieder im CIV HRM e.V.

Ich (Gisela) frage sie: „Hildegard, bist Du mit Deinen CIs zufrieden?"
Hildegard: „Ich bin sehr zufrieden damit und sehr glücklich, dass es diese gibt."

G: „Warum wolltest Du ein CI?"
H: „Mit Hörgeräten habe ich nicht mehr richtig gehört und das hat mich sehr, sehr traurig gemacht. Ich wollte unbedingt die Kirchenglocken läuten hören, und die Vögel wieder singen hören. Meine Schwester erfuhr von dem Implantat und wir informierten uns bei Dir."

G: „Wie kommst Du zurecht mit dem CI, oder gibt es Probleme?"
H: „Am Anfang hatte ich Batterien, das war für mich etwas schwieriger diese zu tauschen. Jetzt habe ich für beide CIs Akkus und es ist für mich ein Kinderspiel. Meine Betreuer helfen mir bei Problemen.Ich fahre mit meiner Schwester öfters nach Freiburg, dort wurde ich implantiert und bis heute werde ich dort versorgt"

G: „Wissen Deine Kollegen/innen und Mitbewohner, dass Du hörgeschädigt bist und Du zwei Cochlea Implantate hast? Haben sie Verständnis?"
H: „Ja, sie wissen es, doch oft muss ich ihnen sagen, dass sie langsamer und deutlicher sprechen sollen, das regt mich manches Mal auf, sie vergessen es öfters."

G: „Was machst Du für eine Arbeit und macht sie Dir Spaß?"
H: „Meine Lieblingsarbeit ist das Schweißen. An einem Tag schweiße ich ca. 1525 Kleinteile zusammen, das sind Küchenschrauben. Ich bin in einer Gruppe und habe drei Betreuer, mit denen ich mich gut verstehe."

G: „Hildegard, ich weiß, Du bist ein Zahlengenie und hast viele Zahlen im Kopf?"
H: „Ja, ich weiß alle Geburtstage von meiner Familie, von Freunden, Kollegen/innen, wie viele Meter ich am Tage laufe, (das habe ich mit einem Bewohner ausgemessen), wie groß mein Zimmer ist, viele geschichtliche Zahlen und auch wann Du Geburtstag hast! Ich kann mir Zahlen merken und vergesse sie nicht.

G: „Toll, Du bist einmalig! Was sind Deine Hobbys, was machst Du gerne in Deiner Freizeit?"
H: „Ich lese gerne, ich habe mich in unserer Werkstatt für Seidenmalerei angemeldet und freue mich sehr darauf. Ich bin gerne in der Natur und liebe die Tiere. Ich singe gerne Volksmusik und Weihnachtslieder, und höre auch gerne diese Musik. Ab und zu gehe ich in die Singstunde, die im Haus 1x im Monat angeboten wird. Das macht mich glücklich."

G: „Würdest Du auch gerne mal ein Konzert besuchen?"
H: „Oh, ja, das wäre toll, geht aber nicht, weil ich im Heim wohne und kein Betreuer mitgehen kann, die sind alle beschäftigt."

G: „Liebe Hildegard, da lassen wir uns einmal was einfallen, vielleicht geht es doch einmal!"
„Erst vor kurzem hast Du die beiden Rondos erhalten, „der Knopf am Kopf". Gibt es da einen Unterschied zwischen den Hinterohrgeräten und den Neuen?"
H: „Der Rondo ist für mich 1000mal besser als die hinter dem Ohr! In der Coronazeit und bis jetzt muss ich Maske tragen. Auch trage ich eine Brille. Immer hatte ich Probleme mit dem Befestigen der Maske, und die Cis fielen mir immer vom Ohr. Das ist jetzt nicht mehr. Und das Schönste ist: ich verstehe besser mit dem neuen Rondo."

G: „Liebe Hildegard, was wünschst Du Dir und was wünscht Du Dir von Deinen Mitmenschen?"
H: „Ich wünsche mir viel Gesundheit und dass ich nicht mehr am Rollator gehen muss. Durch einen Sturz bin ich gehbehindert. Ich wünsche mir, dass meine Schwester auch wieder gesund wird und keinen Rollstuhl mehr braucht. Vor kurzem ist mein Lieblingsbruder verstorben, das hat mich sehr traurig gemacht. Ich möchte keine Sterbefälle mehr! Meine Mitbewohner sind ok, manches Mal bin ich verärgert, weil sie nicht an meine Hörschädigung denken."

G: „Liebe Hildegard, vielen Dank für das interessante Gespräch. Ich wünsche Dir, dass alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen und viel Gesundheit. Weiterhin viel Freude mit Deinen beiden Rondos."

Gisela Mathä
Mai 2023 

Zu Besuch in Freiburg in der neuen Geschäftsstelle der DCIG e.V.

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Am 26.04.2023 besuchten wir vom CIV HRM e.V., Renate, Brigitte und ich, Ingrid Kratz, die Geschäftsführerin der DCIG e.V., Ulrike Berger, in der neuen Geschäftsstelle in Freiburg!

Auch ihre beiden freundlichen Mitarbeiterinnen durften wir kennenlernen.

Ulrike holte uns bereits am Vormittag mit dem E-Bike in Vauban am Modersohn Platz ab, einem hochinteressanten grünen Stadtteil von Freiburg. Das selbstverwaltete Stadtteilzentrum besteht u.a. aus 30 Passivhäusern. Das Blockheizkraftwerk versorgt die Vauban – Bewohner mit Nah-Wärme und Strom aus dem regenerativen Brennstoff Holz sowie Erdgas – unterstützt von Wärmepumpen und Wärmespeichern.

Hier wohnt auch Ulrike Berger, und die neue Geschäftsstelle befindet sich nicht unweit davon in der Marie-Curie-Str. 5. Der Empfang, auch der beiden Mitarbeiterinnen, war ausgesprochen herzlich!

Der große, freundliche Raum der neuen Geschäftsstelle im Parterre, befindet sich in den ehemaligen Räumlichkeiten der EUTB, im Haus der Stiftung „Pro Kommunikation" in Baden – Württemberg, Beratungsstelle für Hörgeschädigte. Auch der Gehörlosenverein hat hier seine Räumlichkeiten für viele Veranstaltungen und Treffen. Ulrike Berger und eine ihrer Mitarbeiterinnen berichteten während der Führung von einem sehr harmonischen Miteinander.

Die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e.V. kann sehr stolz auf diese neue Geschäftsstelle in einem lichtdurchfluteten Haus sein.

Ebenfalls stellte sich ein Mitarbeiter des Hauses vor, der wöchentliche Sprechstunden für Hörgeschädigte im 1. Stock des Hauses abhält, sowie auch Hausbesuche tätigt.

Anschließend fuhr Ulrike mit uns ins Altstadtzentrum, wo sie uns eine ganz „private Führung" außerhalb und im Freiburger Münster präsentierte, die besser nicht hätte sein können – über drei Stunden!

Eine Mittagspause gönnten wir uns natürlich zur Entspannung in der Altstadt und danach ging die Führung im Münster weiter, hochspannend und sehr interessant! Auch eine ihrer netten Mitarbeiterinnen, Heidi, kam später noch dazu. Wir spürten regelrecht, mit wieviel Herzblut Ulrike uns berichtete und erklärte. Sie hat sich unglaublich viel Wissen im Laufe der Jahre angeeignet! Einige Fotos zeigen die ganze Pracht und die Besonderheit des Freiburger Münster, worüber ich hier unmöglich im Einzelnen berichten kann!

Wer Lust und Zeit hat, sollte diesen Besuch nicht scheuen – es lohnt sich absolut!

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals ganz herzlich bei Ulrike Berger für die liebe Einladung in Freiburg bedanken, besonders dafür, dass sie ihre wertvolle Arbeitszeit für uns geopfert hat – dafür musste sie dann noch abends weiter arbeiten…..

Ingrid Kratz
April 2023 

Workshop „Hören ist Lebensqualität“ im Kloster Neustadt

Foto: Lothar Neuberg Foto: Lothar Neuberg

Wieder einmal waren wir in Neustadt an der Weinstraße im Herz-Jesu-Kloster vom 17.-19.03.23 zu einem CI-Workshop zusammengekommen.

Am Freitag, dem Ankunftstag, führte uns nach dem Zimmer-Einchecken Bruder Joseph per Höranlage durch das Kloster und erzählte ausführlich über die Missionarsgeschichte des Klosters sowie über die verschiedenen christlichen Symbole und was sie - zu Ostern - zu bedeuten haben. Das war sehr interessant gewesen, er sprach gut verständlich: langsam, deutlich und hochdeutsch 😉.

Nach dem Abendessen folgte mit der Audiotherapeutin der Bosenbergklinik von St. Wendel, Frau Eva Strässer, eine Kennenlernrunde: wir erhielten von allen Teilnehmern Einblicke in die unterschiedlichsten Hörschicksale und auch sie erzählte uns, was sie selbst erlebt hatte. Danach konnte, wer wollte, in der Klosterschenke noch einen fröhlichen Abend genießen.

Am Samstag, nach einem reichhaltigen Frühstück, ging es um die Thematik - das Hören - welches sehr komplex ist. Es gibt unglaublich viele Ursachen, die zu Problemen an den Ohren führen können.

Da ist einerseits die Hörschädigung allgemein; der Tinnitus (Ohrgeräusche); die Hörstürze; die enorme Anspannung beim Verstehen (HWS, Kopfschmerzen, Kieferbeschwerden, Überlastung); das Gleichgewicht, welches am Hörorgan an den Bögen liegt und Morbus Meniere (Schwindel mit/ohne Übelkeit und Erbrechen) auslösen kann; die flüssigkeitsgefüllte Schnecke, durch die die Elektroden bei der CI-OP geschoben werden und die während der OP daher etwas Flüssigkeit verliert und somit zeitweise Gleichgewichtsprobleme auslösen kann und damit z.B. auch Gangunsicherheit - all das liegt alles ganz nah beieinander mit vielen Begleiterscheinungen.

Dann ist da noch der Gesichtsnerv Facialis, auf den während der CI-OP geachtet wird, dass dieser nicht durchtrennt wird; der Hörnerv (ist der Hörnerv nicht intakt, dann kann keine CI-OP durchgeführt werden, da keine Verbindung zum Hörzentrum im Kopf besteht); das Richtungshören, welches nur funktioniert, wenn der Hörstatuslevel auf beiden Seiten ähnlich ist; auch die Merkfähigkeit, die im psychologischen Teil zum Tragen kommt, leidet extrem, weil das Gehirn mit anderen Dingen (z.B. mit dem akustischen Verstehen) beschäftigt ist; körperliche Verspannungen, bei der es im Körper kribbelt wie tausend Ameisen; die Erwartungshaltung, die zu „mehr beweisen wollen" führt, die Gereiztheit, Schlafprobleme und vieles mehr.

Bei Tinnitus hilft keine Tablette. Er warnt uns vor dem „Zuviel Wollen", was heißt, dass dringend (Hör-)Pausen eingelegt werden sollten. Man sollte den Tinnitus einfach akzeptieren und nicht bekämpfen. Durch die Akzeptanz trete er in den Hintergrund und irgendwann nimmt man ihn kaum noch wahr. Das ist etwa so, als wenn man an einer starkbefahrenen Straße wohnen würde, an Bahngleisen oder in der Einflugschneise: die lauten Autos, Züge oder Flugzeuge registriert man nach einer Weile kaum noch.

Eine Sprachbanane zeigt an, in welchen Frequenzen und bei welcher Lautstärke welche Laute gehört werden. Alle Buchstaben liegen bei bestimmten Frequenzen und Lautstärken, in Form einer Banane, daher das Wort Sprachbanane. Bei Hörverlust fallen Frequenzen weg und/oder werden erst bei einer bestimmten Lautstärke gehört - oder werden bei starkem Hörverlust gar nicht mehr gehört. Wenn man jetzt diese Buchstaben aus einem Satz herausstreichen würde, weil man sie nach der Hörkurve bei einer bestimmten Lautstärke nicht mehr hört, dann würde man den Satz auch nicht mehr verstehen können. Und oft ist dann auch ein Kombinieren nicht mehr möglich, wenn zu viele Buchstaben nicht verstanden werden, dann beginnt das Raten, was dann auch schnell zu Missverständnissen führen kann. Dies ist ein guter Punkt, einem Hörenden zu erklären, wie man „schlecht" hört.

Und damit sind wir bei der Kommunikationstaktik. Was ist denn wichtig, damit wir Hörgeschädigten gut verstehen können?

Zuallererst ist das der Blickkontakt und gutes Licht, damit auch ein Absehen möglich ist. Dazu ist weiterhin wichtig, hochdeutsch, deutlich und langsam zu sprechen und nach Möglichkeit in kurzen Sätzen, sonst hat man schon vergessen, was zu Beginn des Satzes gesagt worden war. Überhaupt sind nur max. 30% vom Mund absehbar, ein Teil erfolgt durch Mimik und Gestik und der Rest wird kombiniert. Das erklärt auch, warum es schnell zu Missverständnissen kommen kann, weil manche Laute eine ähnliche Mundbewegung haben: z.B. Mutter - Butter - Kutter oder Hose - Rose - Dose …

Auch ein Raum ohne Hintergrundgeräuschen wäre vorteilhaft beim akustischen Verstehen. Hörende können die Störgeräusche irgendwann ausblenden (z.B. Drucker, Kaffeemaschine, Züge), das können die Hörgeschädigten nicht, sondern sie benötigen immer mal wieder Hörpausen, weil das Verstehen anstrengend ist. Im Büro ist eine Wand hinterm Rücken sehr angenehm, um sich nicht zu erschrecken und wer eine Höranlage hat, sollte diese in Gesprächen einsetzen.

Auch ist es immer gut, den eigenen Akku schnell wieder aufzuladen, das gelingt am ehesten durch Lachen. 😊

Jeder hat dann noch von seinen Erfahrungen erzählen wollen und so war die Zeit im Nu um, dass wir Abschied nehmen mussten von Frau Strässer. Es war eine sehr schöne amüsante Zeit gewesen. Wir dankten ihr herzlichst für ihr Kommen und wünschten ihr eine gute Heimfahrt ins Saarland.

Viola Brandenfels 

Foto: Lothar Neuberg

Zweiter Teil des Workshops

Dipl. Ing. Ahmed Bellagnech und M.Sc. Lilian Rusczyk von der Bosenbergklinik (Fachklinik für HNO/Hörschädigung/CI) in St. Wendel waren unsere Gäste und referierten über Hörimplantate, Zusatztechnik und über Therapieangebote der Klinik.

In der Fachklinik kann folgendes behandelt werden:

Tinnitus, Hörbeeinträchtigungen, Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis), Gleichgewichtstörungen/ Schwindel, Morbus Meniere. Außer diesen Indikationen gibt es noch eine Vielzahl anderer Therapieangebote, die für uns CI-Träger hilfreich sind.

Ausführlich wurde über Reha und die Blockwoche informiert. Für Beschäftigte gibt es eine medizinisch orientierte Reha „MBOR" genannt. Im Klangraum der Klinik können viele Arbeitsplätze (Büro, KITA, Werkstatt etc.) optisch und akustisch simuliert werden. Gruppentraining und intensives Einzelhörtraining sind wichtige Teile der Reha sowie die Sprachprozessoreinstellung.

Ein für uns wichtiger Teil war die Erläuterung und Handhabung des Sprachprozessors und die dazugehörige Zusatztechnik. Jede CI-Firma hat ihre eigene CI-Zusatztechnik. Es gibt auch Technik für alle CI-Geräte. Besonders hilfreich sind die Hilfsmittel am Arbeitsplatz für Berufstätige. (Roger Pen, Roger On, spezielle Telefone etc.), Zusatzgeräte für zu Hause können alle CI-Träger nutzen. Dazu gehören Funksignalanlage, Licht-Vibrationswecker, spezielle Telefone etc.

Alle diese Technik/Hilfsmittel bedeuten für uns CI-Träger Barrierefreiheit und Selbstständigkeit. Bei Beantragung der Hilfsmittel gibt es oft negative Bescheide der Krankenkassen. Herr Bellagnech empfiehlt uns „zu kämpfen"! Auch bei der beantragten Blockwoche gibt es oftmals nur nach einigen Widersprüchen die Zusage der Krankenkasse.

Frau Rusczyk und Herr Bellagnech beantworteten all unsere Fragen und gingen auch speziell auf jeden Teilnehmer, der Probleme mit CI und Technik hatte, ein.

Als wertvolle Tipps gaben uns beide, HG und CI jeden Tag in die Trockenbox zu legen, Filter zu wechseln, bei CI-Ausfall selbst einmal nach dem Fehler zu suchen, dazu haben wir von allen CI- Firmen viele Ersatzteile und Infos erhalten. Meistens kommen die Ausfälle am Wochenende, wenn kein Techniker zu erreichen ist!

Liebe Frau Rusczyk, lieber Herr Bellagnech, wir sagen herzlichen Dank für den so interessanten Nachmittag mit Euch!

Wir freuen uns schon heute auf den nächsten Workshop mit Euch.

Gisela Mathä 

Foto: Viola Brandenfels

Dritter Teil des Workshops

Am Sonntag war ein Vortrag mit den Themen Der Weg des Schwerhörigen zur CI Entscheidung" und„Reimplantation" von Herrn Dr. Servais mit anschließender Fragerunde geplant.

Wir haben uns um 9:30 Uhr im Schulungsraum getroffen und vorab Fragen zu den Themen Reimplantation, MRT und Tinnitus zusammengestellt. Zu unserer eigenen Überraschung stellten wir fest, dass das Thema Reimplantation nicht nur rein in die Zukunft als Info zu sehen war, sondern fünf Teilnehmer des Workshops tatsächlich entweder schon reimplantiert sind oder kurz vor der Reimplantation stehen.

Herr Dr. Servais war ab 10:30 Uhr an der Reihe und schlug vor die Fragerunde vorzuziehen und falls dann noch Zeit sei, den Vortrag zu halten. Eine schlechte Nachricht hatte Herr Dr. Servais zum Thema Tinnitus: Es gibt leider immer noch keine Tablette, die ihn beseitigt. Er ist ein guter Freund, der sich immer meldet, wenn wir langsamer machen sollen.

Für das MRT gilt immer noch: nur durchführen, wenn es unbedingt erforderlich ist, und wenn dann nur in bestimmten Radiologie Zentren, die mit den implantierenden Kliniken zusammenarbeiten.

Es kamen so viele Fragen, die Herr Dr. Servais ruhig und geduldig beantwortete. Im Nu war die vorgesehene Zeit um.

Ein leckeres und gemütliches Mittagessen rundete den Abschluss des Workshops ab.

Lothar und Ricarda Neuberg 

Foto: Lothar Neuberg

WELTTAG DES HÖRENS 2023 - WIR GeHÖR(T)EN daZU!

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Der diesjährige „Welttag des Hörens" am 3. März 2023 stand unter dem Motto „Hörvorsorge ab 50 - ICH geHÖRE daZU". Initiatoren waren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI).

Dies nahmen wir die - CI-SHG Bergstraße und die CI-SHG Darmstadt - zum Anlass uns mit einem Infostand in der Bensheimer Innenstadt zu beteiligen. Es war uns ein Anliegen über die Bedeutung regelmäßiger Hörvorsorge und eine bedarfsgerechte Hörversorgung im persönlichen Gespräch zu informieren.

Als überzeugte CI-Träger:innen und Aktive im Cochlear Implant Verband waren wir auch Botschafter für die Bekanntheit des Cochlea Implantats, damit das CI einmal „so bekannt wird, wie der Herzschrittmacher". Wir informierten zudem über die wichtige Arbeit des CIV HRM e.V. und über die Angebote unserer Selbsthilfegruppen.

Im Verlauf von drei Stunden gab es einen regen Austausch und nette Gespräche mit den Besucher:innen unseres Standes. Sehr gefreut haben wir uns über den Besuch einiger Teilnehmer:innen unserer Selbsthilfegruppen. Wir wurden sogar mit Gebäck und Süßigkeiten versorgt. Danke dafür! Auch eine Mitarbeiterin der Ohrenklinik im HGH Bensheim stattete uns einen Besuch ab und übermittelte die Grüße des Teams.

Nachdem wir zunächst in der Sonne standen, wurde es zunehmend schattig und kalt.

Am Ende packten wir durchgefroren, aber sehr zufrieden, unsere Materialien zusammen. Es war eine tolle gemeinsame Aktion. Herzlichen Dank an Annette Rausch-Müller und Heinz Diefenbach!

Adriane Schmitt
Zwingenberg im März 2023 

Seminar von DOA Hessen Rhein-Main

Seminar von DOA Hessen Rhein-Main

Wanderer zwischen den Welten

Ich und mein Hörverlust – Sind wir ein starkes Team?

Ein Wochenende voller Emotionen und intensivem Vertrauen erlebten die 14 TeilnehmerInnen am Wochenende vom 17. – 19. März in der Abtei Marienstatt. Idyllische Klostermauern inmitten von Natur und abseits vom hektischen Alltag luden dazu ein, sich auf sich selbst zu besinnen, die Gedanken schweifen und die Seele baumeln zu lassen.

In dieser Atmosphäre ließen sich die TeilnehmerInnen darauf ein, ihre gesamte Hör- und Lebensgeschichte mitsamt ihren Höhen und Tiefen vor den anderen zu erzählen. Dazu wurde allen die benötigte Zeit eingeräumt und man hatte die Möglichkeit, sich zwei Wochen vorab im Rahmen einer „Hausaufgabe" darauf vorzubereiten. Es war unglaublich schön zu sehen, wie unterschiedlich sich die TeilnehmerInnen vorbereitet hatten: Es gab sowohl freie Reden als auch professionelle PowerPoint-Präsentationen. Beides auf eine ganz eigene Art und Weise extrem authentisch und packend, denn während jemand die eigene Geschichte erzählte, konnte man die volle Aufmerksamkeit und Empathie der zuhörenden TeilnehmerInnen genießen. Es war faszinierend zu sehen, wie mitfühlend alle zuhörten. Tränen, Umarmungen und anschließende Erleichterung waren somit an der Tagesordnung. Kein Wunder, die eigene Geschichte ganz ohne Fassaden so auszubreiten erfordert eine Menge Mut und Überwindung. Deshalb bin ich unglaublich stolz auf die TeilnehmerInnen, dass sie sich dieser Herausforderung gestellt haben. Eine Teilnehmerin formulierte sehr treffend, dass wir uns praktisch „vor den anderen komplett ausgezogen und nackt gemacht haben". Daraufhin meinte eine andere Teilnehmerin, dass sie schon bei vielen Treffen mit gleichgesinnten Hörgeschädigten gewesen sei, aber noch nie hätte sie die Menschen so intensiv kennengelernt wie hier in Marienstatt.

Auch wenn es total interessant und spannend ist, sich gegenseitig zu öffnen und zuzuhören, ist es gerade für uns Blechohren auch sehr anstrengend. Deshalb haben wir abends gesellig beieinander gesessen, gequatscht, gespielt oder auch einfach mal einen kleinen Spaziergang durch den Klostergarten sowie den angrenzenden Wald gemacht.

Dieses Wochenende war für mich eines der intensivsten Treffen, die ich bisher erlebt habe. Gerade heute – einige Wochen nach dem Workshop, nachdem man vieles nochmal hat Revue passieren lassen – inspiriert mich jede einzelne Geschichte und hilft mir im Alltag, Situationen noch besser zu meistern. Ich bedanke mich bei unserem Referenten Jochen und bei allen anderen von Herzen, sich so geöffnet zu haben und ich danke meinem Dream-Team – Olli und Isabell – für die Unterstützung mit Liebe, sowohl vor, während und nach dem Workshop!

Jan Röhrig

Deaf Ohr Alive Hessen Rhein-Main