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Wir trauern um Wolfgang Kutsche

Mit tief empfundener Trauer nehmen wir Abschied von unserem ehemaligen Leiter der CI-SHG-Mittelhessen und langjährigen Kassenwart des Cochlear Implant Verbands Hessen-Rhein-Main e.V. 

Wolfgang Kutsche trat nach erfolgreicher CI-Versorgung 2009 in den CIV HRM e.V. ein und fand sehr schnell Freude daran, sich für andere hier zu engagieren. So übernahm er zunächst die Leitung der CI-SHG-Mittelhessen und stellte sich alsbald für das Amt des Kassenwartes zur Verfügung, das er mit der ihm eigenen Genauigkeit und Hingabe ausfüllte. Auf Wolfgang konnten wir uns als Vorstand des CIV HRM e.V. immer verlassen. Er hatte die Zahlen und Zahlungen stets unter Kontrolle und bekam auf jeder unserer Mitgliederversammlungen nicht nur eine einstimmige Entlastung, sondern jeweils auch ein besonderes Lob von unseren Kassenprüfern.

Neben diesen Formalien, die für einen Verein natürlich wichtig sind, war Wolfgang Kutsche vor allem ein sehr feiner Mensch, ein guter Zuhörer, fest und bestimmt in seinen Werten und für uns alle ein guter Freund, mit dem es Freude machte, sich auszutauschen und über Gott und die Welt zu philosophieren.

In den Stunden des Abschiedes voll Trauer und Schmerz sind unsere Gedanken bei seiner Ehefrau Barbara und ihren Angehörigen.

Wolfgang, Du bleibst in unser aller Herzen unvergessen!

Für den Vorstand des Cochlear Implant Verbands Hessen – Rhein-Main e.V.

Michael Schwaninger
Vorsitzender 

Aktive in der CI-Selbsthilfe lernen miteinander

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- Ein Seminarwochenende des Cochlear Implant Verbandes Hessen-Rhein-Main e. V. -

Unser diesjähriges Seminar für SHG-Leiter:innen und Aktive in der CI-Selbsthilfe fand vom 15. bis zum 19. September 2023 in der Jugendherberge Tholey/Saarland statt.

Das Seminarwochenende wurde von Supervisorin und Systemischer Therapeutin Vera Starke aus Berlin geleitet. Sieben ehrenamtlich Aktive und die Seminarleiterin reisten ins Saarland und verbachten auf Einladung des CIV HRM ein arbeitsreiches, lehrreiches und stärkendes Wochenende miteinander.

Die Veranstaltung stand unter der Überschrift „In der SHG kommunizieren – gut auf eigene Kräfte achten! Wir zusammen! Ich mit mir und mit anderen!" Das Seminarprogramm sollte die Reflexion der eigenen Werte und Beweggründe für das Engagement in der Selbsthilfe ermöglichen und Kommunikationssituationen in den Selbsthilfegruppen beleuchten. Zudem sollte es die Beschäftigung mit individuellen Veränderungswünschen, Zielen und Ressourcen für neues Handeln ermöglichen.

1. Tag
Am Freitagnachmittag startete das Seminarwochenende mit Kaffee und Kuchen. Nach Kennenlernrunde und Überblick über das Programm stellten alle einen mitgebrachten, persönlich bedeutsamen Gegenstand vor. Dabei wurden eigene Prägungen und Vorlieben reflektiert und mitgeteilt. Es war ein Kennenlernen, das „Ankommen" aus dem Alltag ermöglichte und zudem Spaß machte.

Weiter ging es mit einer Sammlung von Themen und Situationen für die Supervision am nächsten Tag und mit der Klärung erster Anliegen, welche die Teilnehmenden aktuell beschäftigten. Durch die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen in der Gruppe sowie die kompetente Leitung der Referentin entstand ein fruchtbarer, bereichernder Austausch, den wir nach dem Abendessen in gemütlicher Atmosphäre fortsetzten. 

2. Tag
Am Samstag konnten wir mit Hilfe des bildhaften Reflexionstools "Zirkusarena" überlegen, wie wir uns derzeit in unserer Selbsthilfetätigkeit verortet sehen. Sehen wir uns „in Balance", „auf wackeligen Beinen", „brennen wir für etwas" oder sind wir auf Kletterpartie"? Wie begründen wir das? Ist das wunschgemäß oder möchten wir es anders? - Dies waren Fragen, die uns beschäftigten. Anschließend führte die Supervison der bereits eigebrachten Themen und Anliegen zu einer hilfreichen Sammlung von Lösungsideen, praktischen Tipps und weiterführenden Informationen aus der Gruppe.

Vor der Mittagspause erforschten wir gesellschaftliche und eigene Werte sowie ihre Bedeutung für unsere Ziele und unser Handeln in der Selbsthilfe und im persönlichen Kontext. Der „Baum der Erinnerung" rundete den Vormittag ab. Sowohl Bedingungen für unseren ehrenamtlichen Einsatz, als auch Früchte und Wurzeln, die eine erfolgreiche Arbeit begünstigen, fanden am Baum ihren Platz. Auch hier führten wieder die unterschiedlichen Erfahrungen und Blickwinkel zu erweiterten persönlichen Einsichten. 

Am Nachmittag ging es um die Einführung in das ressourcenorientierte Selbstmanagement mit den Tools des „Zürcher Ressourcen Modell" (ZRM) nach Maja Storch und Frank Krause. Diesen Workshop leitete Adriane Schmitt - teilnehmende SHG- Leiterin, Referentin und systemischer Coach. Das Selbstmanagement-Training nach ZRM will dabei unterstützen, sich über aktuelle Lebensthemen klar zu werden, Ziele zu entwickeln und eigene Ressourcen für zielrealisierendes Handeln zu aktivieren.

Im Einführungs-Workshop konnten die Teilnehmenden mit Hilfe des Unbewussten eigene zentrale Bedürfnisse fokussieren und diese vom Wunsch zu einem Haltungsziel weiterentwickeln, das als starkes Motto in eigener Sache praktisches Handeln fördert. Als Zugang wurden schönes Bildmaterial und eine Prise Humor genutzt. Eigene Körpersignale als „somatische Marker" und kraftvolle Bewegungen als Verkörperung der Herzenswünsche waren Elemente, die im Workshop erprobt wurden. Dabei wirkte die Gruppe durch die Methode des Ideenkorbs ergänzend und bereichernd. Schließlich wurde das identifizierte Ziel als zugkräftiges Motto in eigener Sache umformuliert. Motto, Bild und ein passender Körperausdruck konnten für die eigenen Veränderungsvorhaben mit nach Hause genommen werden.

Den Abend verbrachten wir mit einer kreativ-kommunikativen Mal-Aktivität, bei der sich die Teilnehmenden den anderen mit „Wahrheit oder Lüge" vorstellten. Ziel war hier, wie auch bei den anderen Bewegungsspielen oder Meditationen während des Seminars, ganz im derzeitigen Moment zu bleiben und sich nochmal von einer anderen Seite kennenzulernen. 

3. Tag
Am Sonntagvormittag öffnete Vera Starke den Kommunikations-Handwerkskoffer mit Modellen und dem Praxistransfer. Dabei beschäftigten wir uns mit unterschiedlichen Aspekten gelingender Kommunikation.

Das Senden und Empfangen von Botschaften erfolgt nach Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun immer auf vier Ebenen. Weil der Sender sich auf vier Ebenen äußert - auch wenn ihm dies nicht bewusst ist - und der Empfänger diese Äußerung auf vier verschiedene Arten hören und interpretieren kann, geht Kommunikation bisweilen mit Missverständnissen einher. Mit dem „Vier- Ohren-Modell" lassen sich Störungen in der Kommunikation verstehen und klären. Bewusstere Kommunikation wird mit diesem Wissen möglich. Dies wurde an hilfreichen Fallbeispielen besonders deutlich.

Vor dem Abschluss des Seminars reflektierten wir über dieses Wochenende.
Wie kam ich hier an? Was nehme ich mit? Was hat mich berührt? Was habe ich gelernt? ...

Mit einem Präsent dankten wir Vera Starke ganz herzlich für ihre Seminarleitung, Supervision und Moderation. Wir freuen uns auf ein nächstes Seminar mit ihr!

Gestärkt - sowohl als Gemeinschaft als auch individuell - verabschiedeten wir uns voneinander. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten! 

Adriane Schmitt
CI-Treff Hessische Bergstraße 

Wahlprüfsteine Hessen - Teil 2

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Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des CIV HRM e.V.,

wie am Wochenende versprochen, reichen wir heute in Sachen Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in Hessen am 08.10.2023 die Partei noch nach, die sich erst später gemeldet hat. Somit komplettiert sich unser Bild über die Antworten der Parteien und gibt Ihnen einen umfassenden Blick auf jene Themen, die uns als Hörgeschädigte besonders betreffen.

Und wie bereits am Wochenende wiederhole ich gerne meinen Aufruf zur Wahl zu gehen. Jede Stimme zählt für Demokratie und Freiheit, SIE haben die Wahl im wahrsten Sinne des Wortes. Gerne zitiere ich an dieser Stelle unseren Bundespräsidenten, der sagt: „Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie die vornehmste Bürgerpflicht."

Auf WIEDERhören

Michael Schwaninger
Vorsitzender
Cochlear Implant Verband Hessen – Rhein-Main e.V. 

Wahlprüfsteine Hessen

Übersicht


Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des CIV HRM e.V.,

die Landtagswahlen in Hessen rücken näher und wir möchten Sie heute in aller Transparenz darüber informieren, welche Rückläufe wir von den Parteien bekommen haben, die wir um Stellungnahmen zu unseren Wahlprüfsteinen am 25.07.2023 gebeten haben.

Die vollständigen Texte dieser Antworten finden Sie wie versprochen hier, so dass Sie sich selbst ein gutes Bild machen können, was Sie von den Parteien erwarten können, so diese denn letztlich in die Regierungsverantwortung kommen. Der Partei, die uns bisher nicht geantwortet hat, wurde mitgeteilt, dass wir dies als „Fehlanzeige" entsprechend veröffentlichen werden. Sollte es noch Nachzügler geben, melden wir diese natürlich entsprechend hier nach.

Beim Einlesen in die Antworten werden Sie sehen, dass unsere Anliegen sehr wohl gehört werden. Die Interessen der Menschen mit Hörbehinderungen spielen in den uns zentralen Themen eine immer größere Rolle, was sicher auch den über die Zeit intensivierten Aktivitäten der Selbsthilfe und ihrer Verbände zu verdanken ist. Diese Lob gebe ich gerne an unsere Selbsthilfegruppen und Engagierten im CIV HRM e.V. weiter.

Wir bedanken uns bei den Parteien für das Engagement in dieser Sache und wünschen für den 08. Oktober 2023 alles Gute und möge der Bessere gewinnen!

Ich appelliere an Sie alle, machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch, stärken Sie die Demokratie und Freiheit in Hessen und bringen Sie sich und unsere Themen ein, sei es vor Ort, in den Städten und Gemeinden, auf kommunaler oder auf Landesebene!

Auf WIEDERhören

Michael Schwaninger

Vorsitzender
Cochlear Implant Verband Hessen – Rhein-Main e.V. 

Ein außerOHRdentlicher Urlaub

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 Das gibt's doch nicht! Wir waren baff. Da reisten wir in ein verträumtes 3600-Seelen-Dorf in Süddeutschland, stiegen nach langer Fahrt aus dem Auto und die Vermieterin unserer Ferienwohnung empfing uns mit einem begeisterten "Sie haben ja AUCH Cochlea Implantate!" Bei ihr selbst hing nichts am Ohr - woher kannte sie sich aus? Wir erfuhren: Ihr Vater (83 Jahre alt) ist selbst CI-Träger. Und nicht nur das: Er lebt im selben Haus, in dem wir unsere Ferienwohnung gebucht hatten, genau eine Etage tiefer. Unverhofft kommt oft! 😉

Von so viel Zufall freudig überrumpelt, tauschten wir mit unserer Vermieterin sofort erste Basis-Erfahrungen in Sachen CI aus. Sie berichtete, dass ihr Vater - Egon Brixel - in Freiburg implantiert wurde und mit dem neuen Hören gut zurechtkam. Im Gegensatz zu uns hatte er nur ein CI. Die andere Seite war weiter mit Hörgerät versorgt, inzwischen allerdings ziemlich schlappohrig.

Im Laufe unserer Urlaubswoche lernten wir Vater Brixel auch persönlich kennen. Er freute sich sichtlich, uns als "lebende Beispiele" für bilaterale Cochlea Implantate zu sehen. Tatsächlich hatte er auch mal über ein 2. CI nachgedacht, traute sich aber nicht so recht, sein Glück erneut herauszufordern. Schließlich könne man nie sicher sein, ob wieder alles glatt geht. Objektiv gesehen hatte er gute Voraussetzungen: Herr Brixel war fit und sein resthöriges Ohr konnte sich nur verbessern. Michael sprach ihm Mut zu und war als Selbsthilfeverbandsvorsitzender voll in seinem Element. 😉

Am Abreisetag trafen wir unsere Vermieterin wieder. Sie erzählte, dass ihr Vater jetzt ernsthaft über das zweite CI nachdachte. Es schien, dass der Zufall, der uns zusammengeführt hatte, nun eine mehr als glückliche Fügung war.

Nur einen Tag später erhielt Michael eine WhatsApp: Herr Brixel will sich noch in diesem Jahr implantieren lassen.

Wir wünschen von Herzen alles Gute für BEIDE Ohren und hoffen darauf, auch weiter voneinander zu hören -gern in STEREO! 🙂

Elke Schwaninger
August 2023 

Wahlprüfsteine des CIV HRM e.V. zur Hessenwahl 2023

Hessischer-Landtag Fotoquelle: ©Hermann-Heibel

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des CIV HRM e.V.!

Im Oktober 2023 findet die Wahl zum hessischen Landtag statt und wie bereits in der CInderella angekündigt, haben wir uns als Selbsthilfeverband Gedanken gemacht, was uns bei dieser Wahl besonders wichtig ist. Adriane Schmitt, SHG-Leiterin im CIV HRM und pensionierte Schulleiterin hat dem Thema „Bildung und Erziehung in der Schule" einen besonderen Rahmen gegeben, aber auch die anderen Themen, die Adriane für uns formuliert hat, können sich sehen lassen.

Herzlichen Dank Adriane Schmitt für Dein tolles Engagement in dieser Sache! Wir werden hier auch berichten, wenn die Antworten der politischen Parteien eingehen. Das Schreiben ging jeweils an Sprecher*innen für Behinderten-, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialpolitik der Parteien, sowie die Fraktionen im hessischen Landtag.

Michael Schwaninger

Vorsitzender

Anbei das Anschreiben und die ausführlichen Wahlprüfsteine zum Nachlesen:


Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Cochlear Implant Verband Hessen - Rhein-Main e. V. (CIV HRM e. V.) ist ein regionaler Selbsthilfe-Verband in der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft e. V. (DCIG). Wir vertreten ehrenamtlich die Interessen von schwerhörigen und ertaubten Menschen in der Region. Ca. 1.000.000 Menschen in Hessen sind in unterschiedlichem Ausmaß von Schwerhörigkeit betroffen.

In regionalen Selbsthilfegruppen unterstützen wir schwerhörige und ertaubte Menschen auf ihrem Weg zum besseren Hören durch aktuelle Informationen, Beratung und Austausch von persönlichen Erfahrungen. Wir setzen uns für eine optimale Versorgung mit Hörtechnik und eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben ein. Barrierefreiheit und Inklusion sind für uns Voraussetzungen für gelingende Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Partizipation.

Im Anhang finden Sie eine Reihe von Fragen zu Themenkomplexen der Behinderten-, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialpolitik, die für selbstbetroffene hörbehinderte Menschen einen Unterschied in der Wahlentscheidung haben werden, insofern freuen wir uns auf Ihre Antworten. Aus Gründen der Transparenz werden wir sowohl die Fragen als auch die Antworten auf unserer Homepage www.civhrm.de veröffentlichen.

Michael Schwaninger

Vorsitzender

Cochlear Implant Verband Hessen – Rhein-Main e.V. 

Wie kam das Cochlea Implantat in die ARD-Erfolgsserie "In aller Freundschaft"?

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Elke Schwaninger interessierte sich für die Entstehungsgeschichte der aktuellen Folge (04.07.2023) und sprach mit Ulrike Barlow, die als Autorin am Drehbuch beteiligt ist. Hier ihr Interview:

ELKE SCHWANINGER: Liebe Frau Barlow, danke, dass Sie uns ermöglichen, hinter die Kulissen zu schauen.

Was hat Sie inspiriert, eine Geschichte zum Cochlea Implantat (CI) zu schreiben?

ULRIKE BARLOW: Die Geschichten, die bei "In aller Freundschaft" erzählt werden, entstehen immer in Teamarbeit.

Zwei Mal im Jahr treffen sich alle Autor*innen und diskutieren über gesellschaftsrelevante Themen, die in die Serie einfließen könnten. Dabei geht es sowohl um medizinische als auch persönliche Entwicklungen: Wie gehen Menschen mit ihrer Krankheit oder Behinderung um? Welche Emotionen durchleben sie? Und was liegt dahinter: Der Wunsch nach Optimierung oder nach Akzeptanz? Warum will man sowas - oder nicht? Es geht um Haltung. Mit diesem Grundgedanken wachsen unsere Erzählstränge im Team.

Dass die Geschichte zum Cochlea Implantat bei mir gelandet ist, war Zufall.

ELKE SCHWANINGER: Wo haben Sie sich über die medizinischen Hintergründe zum Cochlea Implantat informiert?

ULRIKE BARLOW: Ich habe eine Mediziningenieurin kennengelernt, die am Thema arbeitet.

Bei meiner Recherche zur "CI-Folge" stellte sich dann heraus, dass ein Ortsverein des Deutschen Schwerhörigenbunds (DSB) in meiner Nachbarschaft liegt. Eine Beraterin des DSB - selbst Hörgeräteträgerin- hat mir dann umfassend alle Fragen rund um Hörverlust und CI beantwortet. Außerdem haben wir im Team auch ärztliche Fachberater*innen, die uns zu medizinischen Aspekten beraten.

ELKE SCHWANINGER: Wie haben Sie speziell für die Rolle des schwerhörigen "Joshua Keller" recherchiert?

ULRIKE BARLOW: Auch hier hat mich die Beraterin des DSB mit ihrer fachlichen und persönlichen Erfahrung unterstützt. Sie hat zum Beispiel auf die Bedeutung des Mundbilds ("Lippenlesen") hingewiesen. "Joshua" trägt zunächst Hörgeräte, kann damit aber nicht mehr ausreichend verstehen. Wir machen das in der Serie auch akustisch über den Ton erlebbar und simulieren, wie gedämpft Sprache für ihn klingt. Ich habe mir vorab auch Videos zum Umgang mit Hörverlust angesehen.

ELKE SCHWANINGER: Was bedeutet HÖREN für Sie?

ULRIKE BARLOW: Sehr viel - ich stamme aus einer Musikerfamilie. Außerdem bin ich seit meiner Kindheit sehbeeinträchtigt . Da gewinnt das Hören natürlich persönlich immens an Bedeutung.

ELKE SCHWANINGER: Liebe Frau Barlow, ich danke Ihnen herzlich für das Gespräch. Ihr offenes Ohr für die Selbsthilfe hat uns sehr gefreut!

#taubundtrotzdemhoeren. #ci #civhrm

#inallerfreundschaft #hoeraufmich #cochleaimplantat 

Bericht zur Führung durch den alten botanischen Garten in Frankfurt am Main

Bericht zur Führung durch den alten botanischen Garten in Frankfurt am Main

Wir trafen uns vor der Führung im Cafe' Siesmayer, wo wir Christine Kaiser (Schwiegertochter von Wolfgang Kaiser) und ihren Ehemann herzlich begrüßten.

Frau Kaiser ist gelernte Gärtnerin mit einem abgeschlossenen Gartenbaustudium. Sie hatte vor ihrem Studium im botanischen Garten gearbeitet.

Der alte botanische Garten ist seit einiger Zeit dem Palmengarten zugeschlagen worden, da die Uni Frankfurt am Riedberg einen neuen, sehr modernen Betrieb aufgebaut hat. Dort ist die Atmosphäre clean, steril und alles computergesteuert, anders als der alte, wunderschöne Garten mit vielen verschiedenen Blumen, Pflanzen und Bäume, dazu sehr gut gepflegt!

Es gibt noch zwei alte, denkmalgeschützte Gebäude, die einer neuen Nutzung zugeführt werden sollen.

Zur Geschichte: 1763 Gründung einer Stiftung Senckenberg als Unterstützung der medizinischen Wissenschaft. Befand sich zunächst in der Nähe des Eschenheimer Turms, unter der Leitung von Ärzten und einem gelernten Gärtner.

1867 Erstmalige Leitung durch einen Botaniker, dadurch gab es immer mehr Pflanzen. Durch zunehmende Enge und Luftverschmutzung, die den Pflanzen zusetzte, wurde der Garten an den östlichen Teil des Palmengartens verlegt.

1930 Planung des 3. Gartens in der Siesmayerstraße. 2012 hatte die Stadt Frankfurt die Trägerschaft des botanischen Gartens vom Land Hessen übernommen.

Zu den Pflanzen: Im Teich finden sich ausschließlich einheimische Arten wie weiße Seerosen, die Teichmitte ist an der tiefsten Stelle 1,5 m tief. Es gibt viele Frösche, Libellen, Wasserläufer und leider auch Nilgänse, die z.Zt. aggressiv sind, da sie Junge haben!

Links vom Teich ist die Flora Mitteleuropas. Rechts vom Teich Pflanzen der restlichen Welt ( Asiatische Länder, Nordamerika, usw.)

Mitteleuropa würde ohne den Eingriff des Menschen vollständig aus Buchen - Mischwald bestehen, bis auf Moore, Bergregionen und Flusstäler. Die ältesten Bäume sind max. 70 Jahre alt!

Am Basaltbach gibt es viele bedrohte Arten, rote Schilder weisen darauf hin. Durch die Renaturierung von Bächen werden Fehler der Vergangenheit durch Begradigungen, Kanalisierungsarbeiten usw. versucht, wieder gut zu machen.

Wir sehen eine Sandsteppe, sie ist landwirtschaftlich eher uninteressant, bis auf den Spargel, das weiße Gold! Er benötigt sandige, nährstoffarme Böden in warmen Lagen, rund um Darmstadt und in der Mainebene zu finden. Ansonsten wachsen hier Pflanzen, die in Zukunft auch für unsere Gärten immer attraktiver wegen des Klimawandels werden!

Bei der Kalkmagerwiese sehen wir die ursprüngliche Landschaft, die vor dem Bau des Gartens vorherrschte. Sie bietet unzähligen Tierarten, Wildbienen, Schmetterlingen und Igeln Nahrung und Lebensraum. Sie wird nie gewässert und nur 2x jährlich gemäht.

Im mitteleuropäischen Teil des Gartens dominieren mediterrane Pflanzen, ostasiatische Pflanzen und Pflanzen aus Nordamerika. Der Taschentuchbaum kommt aus China.

Es gibt auch ein Kübelpflanzenquartier. Überwinterungsflächen sind die alten Gewächshäuser und eine Schattenhalle.

Arzneipflanzen gibt es im Hochbeetbereich: Zum Anhören gibt es hier kostenlose Audioprogramme. Auch ist dieser Bereich barrierefrei angelegt wie der gesamte Garten, bis auf das Alpinum, wo die Wege zu schmal sind.

Am Ende der sehr interessanten Führung bedankten wir uns bei Christine Kaiser ganz herzlich mit einem Blumenstrauß, da sie kein Honorar verlangte!

Ingrid Kratz 

Gespräche mit Hildegard im Bethesda-Cafe in Landau

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Hildegard Trauth ist seit 2014 hörgeschädigt, erst mit Hörgeräten und seit 2016 mit Cochlea Implantat (CI) links versorgt. 2017 bekam sie auch das 2. CI (rechts) und hat nun zwei Rondos von MED-EL.

Sie ist 60 Jahre alt und lebt seit dem 10.05.2016 im Bethesda-Wohnheim in Landau. Sie ist dort die einzige CI- Trägerin. Sie ist in der Behindertenwerkstätte in Offenbach/Ld. 3x in der Woche berufstätig. Bei Kaffee und Kuchen unterhalten wir uns über dies und jenes. Hildegard und Gisela sind beide Mitglieder im CIV HRM e.V.

Ich (Gisela) frage sie: „Hildegard, bist Du mit Deinen CIs zufrieden?"
Hildegard: „Ich bin sehr zufrieden damit und sehr glücklich, dass es diese gibt."

G: „Warum wolltest Du ein CI?"
H: „Mit Hörgeräten habe ich nicht mehr richtig gehört und das hat mich sehr, sehr traurig gemacht. Ich wollte unbedingt die Kirchenglocken läuten hören, und die Vögel wieder singen hören. Meine Schwester erfuhr von dem Implantat und wir informierten uns bei Dir."

G: „Wie kommst Du zurecht mit dem CI, oder gibt es Probleme?"
H: „Am Anfang hatte ich Batterien, das war für mich etwas schwieriger diese zu tauschen. Jetzt habe ich für beide CIs Akkus und es ist für mich ein Kinderspiel. Meine Betreuer helfen mir bei Problemen.Ich fahre mit meiner Schwester öfters nach Freiburg, dort wurde ich implantiert und bis heute werde ich dort versorgt"

G: „Wissen Deine Kollegen/innen und Mitbewohner, dass Du hörgeschädigt bist und Du zwei Cochlea Implantate hast? Haben sie Verständnis?"
H: „Ja, sie wissen es, doch oft muss ich ihnen sagen, dass sie langsamer und deutlicher sprechen sollen, das regt mich manches Mal auf, sie vergessen es öfters."

G: „Was machst Du für eine Arbeit und macht sie Dir Spaß?"
H: „Meine Lieblingsarbeit ist das Schweißen. An einem Tag schweiße ich ca. 1525 Kleinteile zusammen, das sind Küchenschrauben. Ich bin in einer Gruppe und habe drei Betreuer, mit denen ich mich gut verstehe."

G: „Hildegard, ich weiß, Du bist ein Zahlengenie und hast viele Zahlen im Kopf?"
H: „Ja, ich weiß alle Geburtstage von meiner Familie, von Freunden, Kollegen/innen, wie viele Meter ich am Tage laufe, (das habe ich mit einem Bewohner ausgemessen), wie groß mein Zimmer ist, viele geschichtliche Zahlen und auch wann Du Geburtstag hast! Ich kann mir Zahlen merken und vergesse sie nicht.

G: „Toll, Du bist einmalig! Was sind Deine Hobbys, was machst Du gerne in Deiner Freizeit?"
H: „Ich lese gerne, ich habe mich in unserer Werkstatt für Seidenmalerei angemeldet und freue mich sehr darauf. Ich bin gerne in der Natur und liebe die Tiere. Ich singe gerne Volksmusik und Weihnachtslieder, und höre auch gerne diese Musik. Ab und zu gehe ich in die Singstunde, die im Haus 1x im Monat angeboten wird. Das macht mich glücklich."

G: „Würdest Du auch gerne mal ein Konzert besuchen?"
H: „Oh, ja, das wäre toll, geht aber nicht, weil ich im Heim wohne und kein Betreuer mitgehen kann, die sind alle beschäftigt."

G: „Liebe Hildegard, da lassen wir uns einmal was einfallen, vielleicht geht es doch einmal!"
„Erst vor kurzem hast Du die beiden Rondos erhalten, „der Knopf am Kopf". Gibt es da einen Unterschied zwischen den Hinterohrgeräten und den Neuen?"
H: „Der Rondo ist für mich 1000mal besser als die hinter dem Ohr! In der Coronazeit und bis jetzt muss ich Maske tragen. Auch trage ich eine Brille. Immer hatte ich Probleme mit dem Befestigen der Maske, und die Cis fielen mir immer vom Ohr. Das ist jetzt nicht mehr. Und das Schönste ist: ich verstehe besser mit dem neuen Rondo."

G: „Liebe Hildegard, was wünschst Du Dir und was wünscht Du Dir von Deinen Mitmenschen?"
H: „Ich wünsche mir viel Gesundheit und dass ich nicht mehr am Rollator gehen muss. Durch einen Sturz bin ich gehbehindert. Ich wünsche mir, dass meine Schwester auch wieder gesund wird und keinen Rollstuhl mehr braucht. Vor kurzem ist mein Lieblingsbruder verstorben, das hat mich sehr traurig gemacht. Ich möchte keine Sterbefälle mehr! Meine Mitbewohner sind ok, manches Mal bin ich verärgert, weil sie nicht an meine Hörschädigung denken."

G: „Liebe Hildegard, vielen Dank für das interessante Gespräch. Ich wünsche Dir, dass alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen und viel Gesundheit. Weiterhin viel Freude mit Deinen beiden Rondos."

Gisela Mathä
Mai 2023 

Zu Besuch in Freiburg in der neuen Geschäftsstelle der DCIG e.V.

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Am 26.04.2023 besuchten wir vom CIV HRM e.V., Renate, Brigitte und ich, Ingrid Kratz, die Geschäftsführerin der DCIG e.V., Ulrike Berger, in der neuen Geschäftsstelle in Freiburg!

Auch ihre beiden freundlichen Mitarbeiterinnen durften wir kennenlernen.

Ulrike holte uns bereits am Vormittag mit dem E-Bike in Vauban am Modersohn Platz ab, einem hochinteressanten grünen Stadtteil von Freiburg. Das selbstverwaltete Stadtteilzentrum besteht u.a. aus 30 Passivhäusern. Das Blockheizkraftwerk versorgt die Vauban – Bewohner mit Nah-Wärme und Strom aus dem regenerativen Brennstoff Holz sowie Erdgas – unterstützt von Wärmepumpen und Wärmespeichern.

Hier wohnt auch Ulrike Berger, und die neue Geschäftsstelle befindet sich nicht unweit davon in der Marie-Curie-Str. 5. Der Empfang, auch der beiden Mitarbeiterinnen, war ausgesprochen herzlich!

Der große, freundliche Raum der neuen Geschäftsstelle im Parterre, befindet sich in den ehemaligen Räumlichkeiten der EUTB, im Haus der Stiftung „Pro Kommunikation" in Baden – Württemberg, Beratungsstelle für Hörgeschädigte. Auch der Gehörlosenverein hat hier seine Räumlichkeiten für viele Veranstaltungen und Treffen. Ulrike Berger und eine ihrer Mitarbeiterinnen berichteten während der Führung von einem sehr harmonischen Miteinander.

Die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e.V. kann sehr stolz auf diese neue Geschäftsstelle in einem lichtdurchfluteten Haus sein.

Ebenfalls stellte sich ein Mitarbeiter des Hauses vor, der wöchentliche Sprechstunden für Hörgeschädigte im 1. Stock des Hauses abhält, sowie auch Hausbesuche tätigt.

Anschließend fuhr Ulrike mit uns ins Altstadtzentrum, wo sie uns eine ganz „private Führung" außerhalb und im Freiburger Münster präsentierte, die besser nicht hätte sein können – über drei Stunden!

Eine Mittagspause gönnten wir uns natürlich zur Entspannung in der Altstadt und danach ging die Führung im Münster weiter, hochspannend und sehr interessant! Auch eine ihrer netten Mitarbeiterinnen, Heidi, kam später noch dazu. Wir spürten regelrecht, mit wieviel Herzblut Ulrike uns berichtete und erklärte. Sie hat sich unglaublich viel Wissen im Laufe der Jahre angeeignet! Einige Fotos zeigen die ganze Pracht und die Besonderheit des Freiburger Münster, worüber ich hier unmöglich im Einzelnen berichten kann!

Wer Lust und Zeit hat, sollte diesen Besuch nicht scheuen – es lohnt sich absolut!

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals ganz herzlich bei Ulrike Berger für die liebe Einladung in Freiburg bedanken, besonders dafür, dass sie ihre wertvolle Arbeitszeit für uns geopfert hat – dafür musste sie dann noch abends weiter arbeiten…..

Ingrid Kratz
April 2023 

Workshop „Hören ist Lebensqualität“ im Kloster Neustadt

Foto: Lothar Neuberg Foto: Lothar Neuberg

Wieder einmal waren wir in Neustadt an der Weinstraße im Herz-Jesu-Kloster vom 17.-19.03.23 zu einem CI-Workshop zusammengekommen.

Am Freitag, dem Ankunftstag, führte uns nach dem Zimmer-Einchecken Bruder Joseph per Höranlage durch das Kloster und erzählte ausführlich über die Missionarsgeschichte des Klosters sowie über die verschiedenen christlichen Symbole und was sie - zu Ostern - zu bedeuten haben. Das war sehr interessant gewesen, er sprach gut verständlich: langsam, deutlich und hochdeutsch 😉.

Nach dem Abendessen folgte mit der Audiotherapeutin der Bosenbergklinik von St. Wendel, Frau Eva Strässer, eine Kennenlernrunde: wir erhielten von allen Teilnehmern Einblicke in die unterschiedlichsten Hörschicksale und auch sie erzählte uns, was sie selbst erlebt hatte. Danach konnte, wer wollte, in der Klosterschenke noch einen fröhlichen Abend genießen.

Am Samstag, nach einem reichhaltigen Frühstück, ging es um die Thematik - das Hören - welches sehr komplex ist. Es gibt unglaublich viele Ursachen, die zu Problemen an den Ohren führen können.

Da ist einerseits die Hörschädigung allgemein; der Tinnitus (Ohrgeräusche); die Hörstürze; die enorme Anspannung beim Verstehen (HWS, Kopfschmerzen, Kieferbeschwerden, Überlastung); das Gleichgewicht, welches am Hörorgan an den Bögen liegt und Morbus Meniere (Schwindel mit/ohne Übelkeit und Erbrechen) auslösen kann; die flüssigkeitsgefüllte Schnecke, durch die die Elektroden bei der CI-OP geschoben werden und die während der OP daher etwas Flüssigkeit verliert und somit zeitweise Gleichgewichtsprobleme auslösen kann und damit z.B. auch Gangunsicherheit - all das liegt alles ganz nah beieinander mit vielen Begleiterscheinungen.

Dann ist da noch der Gesichtsnerv Facialis, auf den während der CI-OP geachtet wird, dass dieser nicht durchtrennt wird; der Hörnerv (ist der Hörnerv nicht intakt, dann kann keine CI-OP durchgeführt werden, da keine Verbindung zum Hörzentrum im Kopf besteht); das Richtungshören, welches nur funktioniert, wenn der Hörstatuslevel auf beiden Seiten ähnlich ist; auch die Merkfähigkeit, die im psychologischen Teil zum Tragen kommt, leidet extrem, weil das Gehirn mit anderen Dingen (z.B. mit dem akustischen Verstehen) beschäftigt ist; körperliche Verspannungen, bei der es im Körper kribbelt wie tausend Ameisen; die Erwartungshaltung, die zu „mehr beweisen wollen" führt, die Gereiztheit, Schlafprobleme und vieles mehr.

Bei Tinnitus hilft keine Tablette. Er warnt uns vor dem „Zuviel Wollen", was heißt, dass dringend (Hör-)Pausen eingelegt werden sollten. Man sollte den Tinnitus einfach akzeptieren und nicht bekämpfen. Durch die Akzeptanz trete er in den Hintergrund und irgendwann nimmt man ihn kaum noch wahr. Das ist etwa so, als wenn man an einer starkbefahrenen Straße wohnen würde, an Bahngleisen oder in der Einflugschneise: die lauten Autos, Züge oder Flugzeuge registriert man nach einer Weile kaum noch.

Eine Sprachbanane zeigt an, in welchen Frequenzen und bei welcher Lautstärke welche Laute gehört werden. Alle Buchstaben liegen bei bestimmten Frequenzen und Lautstärken, in Form einer Banane, daher das Wort Sprachbanane. Bei Hörverlust fallen Frequenzen weg und/oder werden erst bei einer bestimmten Lautstärke gehört - oder werden bei starkem Hörverlust gar nicht mehr gehört. Wenn man jetzt diese Buchstaben aus einem Satz herausstreichen würde, weil man sie nach der Hörkurve bei einer bestimmten Lautstärke nicht mehr hört, dann würde man den Satz auch nicht mehr verstehen können. Und oft ist dann auch ein Kombinieren nicht mehr möglich, wenn zu viele Buchstaben nicht verstanden werden, dann beginnt das Raten, was dann auch schnell zu Missverständnissen führen kann. Dies ist ein guter Punkt, einem Hörenden zu erklären, wie man „schlecht" hört.

Und damit sind wir bei der Kommunikationstaktik. Was ist denn wichtig, damit wir Hörgeschädigten gut verstehen können?

Zuallererst ist das der Blickkontakt und gutes Licht, damit auch ein Absehen möglich ist. Dazu ist weiterhin wichtig, hochdeutsch, deutlich und langsam zu sprechen und nach Möglichkeit in kurzen Sätzen, sonst hat man schon vergessen, was zu Beginn des Satzes gesagt worden war. Überhaupt sind nur max. 30% vom Mund absehbar, ein Teil erfolgt durch Mimik und Gestik und der Rest wird kombiniert. Das erklärt auch, warum es schnell zu Missverständnissen kommen kann, weil manche Laute eine ähnliche Mundbewegung haben: z.B. Mutter - Butter - Kutter oder Hose - Rose - Dose …

Auch ein Raum ohne Hintergrundgeräuschen wäre vorteilhaft beim akustischen Verstehen. Hörende können die Störgeräusche irgendwann ausblenden (z.B. Drucker, Kaffeemaschine, Züge), das können die Hörgeschädigten nicht, sondern sie benötigen immer mal wieder Hörpausen, weil das Verstehen anstrengend ist. Im Büro ist eine Wand hinterm Rücken sehr angenehm, um sich nicht zu erschrecken und wer eine Höranlage hat, sollte diese in Gesprächen einsetzen.

Auch ist es immer gut, den eigenen Akku schnell wieder aufzuladen, das gelingt am ehesten durch Lachen. 😊

Jeder hat dann noch von seinen Erfahrungen erzählen wollen und so war die Zeit im Nu um, dass wir Abschied nehmen mussten von Frau Strässer. Es war eine sehr schöne amüsante Zeit gewesen. Wir dankten ihr herzlichst für ihr Kommen und wünschten ihr eine gute Heimfahrt ins Saarland.

Viola Brandenfels 

Foto: Lothar Neuberg

Zweiter Teil des Workshops

Dipl. Ing. Ahmed Bellagnech und M.Sc. Lilian Rusczyk von der Bosenbergklinik (Fachklinik für HNO/Hörschädigung/CI) in St. Wendel waren unsere Gäste und referierten über Hörimplantate, Zusatztechnik und über Therapieangebote der Klinik.

In der Fachklinik kann folgendes behandelt werden:

Tinnitus, Hörbeeinträchtigungen, Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis), Gleichgewichtstörungen/ Schwindel, Morbus Meniere. Außer diesen Indikationen gibt es noch eine Vielzahl anderer Therapieangebote, die für uns CI-Träger hilfreich sind.

Ausführlich wurde über Reha und die Blockwoche informiert. Für Beschäftigte gibt es eine medizinisch orientierte Reha „MBOR" genannt. Im Klangraum der Klinik können viele Arbeitsplätze (Büro, KITA, Werkstatt etc.) optisch und akustisch simuliert werden. Gruppentraining und intensives Einzelhörtraining sind wichtige Teile der Reha sowie die Sprachprozessoreinstellung.

Ein für uns wichtiger Teil war die Erläuterung und Handhabung des Sprachprozessors und die dazugehörige Zusatztechnik. Jede CI-Firma hat ihre eigene CI-Zusatztechnik. Es gibt auch Technik für alle CI-Geräte. Besonders hilfreich sind die Hilfsmittel am Arbeitsplatz für Berufstätige. (Roger Pen, Roger On, spezielle Telefone etc.), Zusatzgeräte für zu Hause können alle CI-Träger nutzen. Dazu gehören Funksignalanlage, Licht-Vibrationswecker, spezielle Telefone etc.

Alle diese Technik/Hilfsmittel bedeuten für uns CI-Träger Barrierefreiheit und Selbstständigkeit. Bei Beantragung der Hilfsmittel gibt es oft negative Bescheide der Krankenkassen. Herr Bellagnech empfiehlt uns „zu kämpfen"! Auch bei der beantragten Blockwoche gibt es oftmals nur nach einigen Widersprüchen die Zusage der Krankenkasse.

Frau Rusczyk und Herr Bellagnech beantworteten all unsere Fragen und gingen auch speziell auf jeden Teilnehmer, der Probleme mit CI und Technik hatte, ein.

Als wertvolle Tipps gaben uns beide, HG und CI jeden Tag in die Trockenbox zu legen, Filter zu wechseln, bei CI-Ausfall selbst einmal nach dem Fehler zu suchen, dazu haben wir von allen CI- Firmen viele Ersatzteile und Infos erhalten. Meistens kommen die Ausfälle am Wochenende, wenn kein Techniker zu erreichen ist!

Liebe Frau Rusczyk, lieber Herr Bellagnech, wir sagen herzlichen Dank für den so interessanten Nachmittag mit Euch!

Wir freuen uns schon heute auf den nächsten Workshop mit Euch.

Gisela Mathä 

Foto: Viola Brandenfels

Dritter Teil des Workshops

Am Sonntag war ein Vortrag mit den Themen Der Weg des Schwerhörigen zur CI Entscheidung" und„Reimplantation" von Herrn Dr. Servais mit anschließender Fragerunde geplant.

Wir haben uns um 9:30 Uhr im Schulungsraum getroffen und vorab Fragen zu den Themen Reimplantation, MRT und Tinnitus zusammengestellt. Zu unserer eigenen Überraschung stellten wir fest, dass das Thema Reimplantation nicht nur rein in die Zukunft als Info zu sehen war, sondern fünf Teilnehmer des Workshops tatsächlich entweder schon reimplantiert sind oder kurz vor der Reimplantation stehen.

Herr Dr. Servais war ab 10:30 Uhr an der Reihe und schlug vor die Fragerunde vorzuziehen und falls dann noch Zeit sei, den Vortrag zu halten. Eine schlechte Nachricht hatte Herr Dr. Servais zum Thema Tinnitus: Es gibt leider immer noch keine Tablette, die ihn beseitigt. Er ist ein guter Freund, der sich immer meldet, wenn wir langsamer machen sollen.

Für das MRT gilt immer noch: nur durchführen, wenn es unbedingt erforderlich ist, und wenn dann nur in bestimmten Radiologie Zentren, die mit den implantierenden Kliniken zusammenarbeiten.

Es kamen so viele Fragen, die Herr Dr. Servais ruhig und geduldig beantwortete. Im Nu war die vorgesehene Zeit um.

Ein leckeres und gemütliches Mittagessen rundete den Abschluss des Workshops ab.

Lothar und Ricarda Neuberg 

Foto: Lothar Neuberg

WELTTAG DES HÖRENS 2023 - WIR GeHÖR(T)EN daZU!

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Der diesjährige „Welttag des Hörens" am 3. März 2023 stand unter dem Motto „Hörvorsorge ab 50 - ICH geHÖRE daZU". Initiatoren waren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI).

Dies nahmen wir die - CI-SHG Bergstraße und die CI-SHG Darmstadt - zum Anlass uns mit einem Infostand in der Bensheimer Innenstadt zu beteiligen. Es war uns ein Anliegen über die Bedeutung regelmäßiger Hörvorsorge und eine bedarfsgerechte Hörversorgung im persönlichen Gespräch zu informieren.

Als überzeugte CI-Träger:innen und Aktive im Cochlear Implant Verband waren wir auch Botschafter für die Bekanntheit des Cochlea Implantats, damit das CI einmal „so bekannt wird, wie der Herzschrittmacher". Wir informierten zudem über die wichtige Arbeit des CIV HRM e.V. und über die Angebote unserer Selbsthilfegruppen.

Im Verlauf von drei Stunden gab es einen regen Austausch und nette Gespräche mit den Besucher:innen unseres Standes. Sehr gefreut haben wir uns über den Besuch einiger Teilnehmer:innen unserer Selbsthilfegruppen. Wir wurden sogar mit Gebäck und Süßigkeiten versorgt. Danke dafür! Auch eine Mitarbeiterin der Ohrenklinik im HGH Bensheim stattete uns einen Besuch ab und übermittelte die Grüße des Teams.

Nachdem wir zunächst in der Sonne standen, wurde es zunehmend schattig und kalt.

Am Ende packten wir durchgefroren, aber sehr zufrieden, unsere Materialien zusammen. Es war eine tolle gemeinsame Aktion. Herzlichen Dank an Annette Rausch-Müller und Heinz Diefenbach!

Adriane Schmitt
Zwingenberg im März 2023 

Seminar von DOA Hessen Rhein-Main

Seminar von DOA Hessen Rhein-Main

Wanderer zwischen den Welten

Ich und mein Hörverlust – Sind wir ein starkes Team?

Ein Wochenende voller Emotionen und intensivem Vertrauen erlebten die 14 TeilnehmerInnen am Wochenende vom 17. – 19. März in der Abtei Marienstatt. Idyllische Klostermauern inmitten von Natur und abseits vom hektischen Alltag luden dazu ein, sich auf sich selbst zu besinnen, die Gedanken schweifen und die Seele baumeln zu lassen.

In dieser Atmosphäre ließen sich die TeilnehmerInnen darauf ein, ihre gesamte Hör- und Lebensgeschichte mitsamt ihren Höhen und Tiefen vor den anderen zu erzählen. Dazu wurde allen die benötigte Zeit eingeräumt und man hatte die Möglichkeit, sich zwei Wochen vorab im Rahmen einer „Hausaufgabe" darauf vorzubereiten. Es war unglaublich schön zu sehen, wie unterschiedlich sich die TeilnehmerInnen vorbereitet hatten: Es gab sowohl freie Reden als auch professionelle PowerPoint-Präsentationen. Beides auf eine ganz eigene Art und Weise extrem authentisch und packend, denn während jemand die eigene Geschichte erzählte, konnte man die volle Aufmerksamkeit und Empathie der zuhörenden TeilnehmerInnen genießen. Es war faszinierend zu sehen, wie mitfühlend alle zuhörten. Tränen, Umarmungen und anschließende Erleichterung waren somit an der Tagesordnung. Kein Wunder, die eigene Geschichte ganz ohne Fassaden so auszubreiten erfordert eine Menge Mut und Überwindung. Deshalb bin ich unglaublich stolz auf die TeilnehmerInnen, dass sie sich dieser Herausforderung gestellt haben. Eine Teilnehmerin formulierte sehr treffend, dass wir uns praktisch „vor den anderen komplett ausgezogen und nackt gemacht haben". Daraufhin meinte eine andere Teilnehmerin, dass sie schon bei vielen Treffen mit gleichgesinnten Hörgeschädigten gewesen sei, aber noch nie hätte sie die Menschen so intensiv kennengelernt wie hier in Marienstatt.

Auch wenn es total interessant und spannend ist, sich gegenseitig zu öffnen und zuzuhören, ist es gerade für uns Blechohren auch sehr anstrengend. Deshalb haben wir abends gesellig beieinander gesessen, gequatscht, gespielt oder auch einfach mal einen kleinen Spaziergang durch den Klostergarten sowie den angrenzenden Wald gemacht.

Dieses Wochenende war für mich eines der intensivsten Treffen, die ich bisher erlebt habe. Gerade heute – einige Wochen nach dem Workshop, nachdem man vieles nochmal hat Revue passieren lassen – inspiriert mich jede einzelne Geschichte und hilft mir im Alltag, Situationen noch besser zu meistern. Ich bedanke mich bei unserem Referenten Jochen und bei allen anderen von Herzen, sich so geöffnet zu haben und ich danke meinem Dream-Team – Olli und Isabell – für die Unterstützung mit Liebe, sowohl vor, während und nach dem Workshop!

Jan Röhrig

Deaf Ohr Alive Hessen Rhein-Main 

Renate Hilkert – Ehrenmitglied posthum im CIV HRM e.V.

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In einer sehr emotionalen Mitgliederversammlung gedachten wir am 29.04.2023 im CIC Friedberg unserer lieben - kürzlich verstorbenen - ehemaligen 2. Vorsitzenden Renate Hilkert, die wir posthum einstimmig zum Ehrenmitglied ernannten.

Ganz in Renates Sinne schauten wir aber auch nach vorne und konnten zwei Impulsvorträge verfolgen, einer zum Thema "Anatomie-basierte Anpassung des CI-Prozessors" und den anderen von Oliver Faulstich, der darüber sprach, dass für ihn "Die junge Selbsthilfe ein magischer Ort ist".

So konnten wir der Trauer ebenso Raum geben, wie wir mit neuer Energie ins neue Vereinsjahr starten konnten. Danke allen Engagierten im CIV HRM e.V. sowie allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.

Michael Schwaninger
Vorsitzender CIV HRM e.V. 

Einladung zum Besuch mit Führung durch den Botanischen Garten!

Hallo Ihr Lieben,

hiermit möchte ich euch herzlich zu einer Führung durch den botanischen Garten in Frankfurt, Siesmayerstraße 72, einladen!

Termin: Freitag, 26. Mai 2023

Uhrzeit: 16.00 Uhr, Haupteingang Botanischer Garten.

Die Führung übernimmt freundlicherweise die Schwiegertochter von unserem Mitglied Wolfgang Kaiser, die dort gelernt und bis zu ihrem Studium gearbeitet hat.

Im Anschluss werden wir noch Zeit zum persönlichen Austausch im Café Siesmayer, Siesmayerstraße 59, Frankfurt, haben, ein Café in der Wiener Kaffeehaustradition mit Terrasse und Blick auf den botanischen Garten.

Ich bitte um baldige Anmeldung, damit ich einen Tisch reservieren kann, unter:

kratz@civhrm.de

Liebe Grüße,
Ingrid Kratz
Leiterin CI-SHG-Frankfurt im CIV HRM e.V.  

In stillem Gedenken

Heute müssen wir Abschied nehmen von unserer lieben Freundin und ehemaligen zweiten Vorsitzenden im Cochlear Implant Verband – Hessen – Rhein-Main e.V..

Renate Hilkert

geboren am 6. Juli 1958,
gestorben am 4. April 2023 

Renate Hilkert verkörperte weit über ein Jahrzehnt gelebte Selbsthilfe von und für Menschen, die an einer Hörschädigung litten und denen mit einem Cochlea Implantat geholfen werden konnte. Renates Güte und Empathie hat unzähligen Menschen Mut und Linderung gegeben und Renate selbst lebte uns vor, was ein EHRENamt von Betroffenen für Betroffene ausmacht. Wir verneigen uns vor dem Lebenswerk dieser besonderen Frau.

In diesem Moment des Andenkens und Erinnerns sind wir aber auch bei Renates Familie, allen voran ihrem Ehemann Uwe, den Kindern und Enkelkindern sowie den Angehörigen.

Renate, wir werden Dich nie vergessen!

Für den Vorstand des Cochlear Implant Verbandes Hessen – Rhein-Main e.V.

Michael Schwaninger

Vorsitzender 

“Selbsthilfe in Bewegung” - Wanderung von Auerbach nach Hochstätten

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Am Samstag, 18. März 2023 war der CI-Treff Hessische Bergstraße wieder unterwegs. Dies hieß einmal mehr miteinander wandern, die Bergsträßer Landschaft genießen, einander zuhören, sich austauschen und Stärkung finden.

Wir freuten uns, eine neue Teilnehmerin kennenzulernen. Sie befindet sich in der Orientierungsphase für ein CI und war besonders gespannt auf unseren Austausch.

Die Parkplatzsuche in Auerbach gestaltete sich an diesem frühlingshaften Nachmittag schwierig. So wanderten wir mit halbstündiger Verspätung endlich froh gestimmt los. Insgesamt gut 6 km verlief unsere Wanderung auf einer herrlichen Strecke durch Wald und Wiesen bis nach Hochstätten. Im Dorfcafé konnten wir zwei weitere CI-Freundinnen herzlich begrüßen. Hier saßen wir zu acht am Tisch in einem schönen Ambiente und verwöhnten uns mit hausgemachten leckeren Torten.

Die Geräuschkulisse und Akustik in der Gastronomie ist für Menschen mit Hörtechnik oft eine Herausforderung. Nach dem Beisammensein im Café freute sich mancher "Kopf" wieder auf die ruhige Umgebung und die Klänge in der Natur.

Über einen aussichtsreichen Höhenweg im Staatspark Fürstenlager gings zurück zum Parkplatz. Wir genossen den klaren Blick über die Rheinebene bis zu den grau schimmernden Ausläufern des Pfälzer Waldes. Nach vier Stunden des Beisammenseins verabschiedeten wir uns bereichert und mit etwas müden Ohren.

Nun freuen wir uns schon auf das sommerliche Wandertreffen im 17. Juni und auf alle, die diesmal nicht dabei sein konnten!

Adriane Schmitt
CI-Treff Hessische Bergstraße 

Infoveranstaltung beim CI-Treff Hessische Bergstraße am 11.03.2023

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Worum es ging

Am Samstag, 11. März, trafen sich 11 CI-Träger:innen beim CI-Treff Hessische Bergstraße, um mehr über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Cochleaimplantate und die Unterstützung der Nachsorge durch CI-Akustiker zu erfahren.

Das Treffen fand bei Kaffee und Kuchen in der Selbsthilfekontaktstelle des Kreises Bergstraße in Heppenheim statt. Als Referentinnen konnten wir Frau Swiston von Cochlear Deutschland und Frau van Koeverden von Hörgeräte Bonsel Groß-Gerau gewinnen. 

Vorstellung des neuen HdO-Prozessors

Frau Swiston stellte uns den neuen HdO-Prozessor Nucleus 8 vor, der nun leichter und enger am Ohr liegt. Neu ist, dass der Prozessor wassergeschützt und ohne weiteres Zubehör zum Schwimmen geeignet ist. Dies freute die Wasserratten und Outdoor-Sportler unter uns. Die Bluetooth-Technologie wurde weiterentwickelt, so dass man sich z. B. auch auf Bahnhöfen und Flughäfen direkt mit Durchsagen verbinden kann, wenn diese entsprechend ausgerüstet sind. Gerade auf Bahnhöfen sollte dies unbedingt zukünftig möglich sein, waren sich die Teilnehmenden einig. So mancher verpasste schon den Anschluss, wenn kurzfristig Veränderungen durchgesagt wurden, z. B. ein Gleiswechsel des Zuges. Die Möglichkeiten der automatischen Anpassung an die Umgebung - z. B. bei Störlärm in einer schwierigen Hörsituation - wurden ebenfalls verbessert.

Fragen und Antworten

Nach dem Vortrag gab es eine lebhafte Fragerunde, in der auch Fragen zur aktuellen Versorgung, zur situationsangepassten Einstellung des Prozessors in der Smartphone-App, zum Einsatz von Zusatzgeräten für den Fernseher u. a. sowie zur Zusammenarbeit von CI und Hörgerät bei bimodaler Versorgung. Auch Fragen zu MRT-Untersuchungen und zum Fliegen mit CI wurden diskutiert.

Wir erfuhren, dass die Radiologen ein MRT-Set mit Anleitung zur sicheren Durchführung und Einstellungen für den Scanner erhalten. Die „Richtlinien für MRT" können Interessierte auf der Cochlear-Homepage herunterladen. Bei Flügen kann das Informationsblatt des ADAC vorgezeigt werden, um nur mit Handdetektoren untersucht zu werden. In der Regel verursacht allerdings der Scanner kein unangenehmes Gefühl, wurde in der Runde mitgeteilt.

Des Weiteren wurde betont, dass die Suche nach der optimalen Einstellung der CI-Technik ein langer Prozess sein kann, der über die hilfreichen Rehamaßnahmen hinausgeht. An dieser Stelle wurde die enge Kooperation von CI-Herstellern, implantierenden Kliniken und CI-Akustikern hervorgehoben, um bei Problemen mit der Hörqualität die Einstellung des CIs zu optimieren. 

CI-Service durch die Hörakustik

Frau van Koeverden erläuterte den CI-Service durch die Hörakustik und die Zusammenarbeit mit CI-Herstellern und Kliniken. Sie bietet auf der Grundlage von Kooperationsverträgen diesen Service für CIs von Medel und Cochlear an. Weitere Akustiker bieten einen CI-Service für die CIs von Advanced Bionics an. (Eine Liste mit den CI-Akustikern der Bergsträßer Umgebung wird gerne von Adriane Schmitt weitergegeben.) 

Bedarf an Zusatzgeräten und Maßnahmen

Unter dem Aspekt der sozialen und gesellschaftlichen Teilhabe kam schließlich die Finanzierung von Zusatzgeräten durch die Kostenträger zur Sprache. Bei diesem Thema, wie auch bei der Beantragung von unterstützender Logopädie und weiterer Rehamaßnahmen, wurde auf die Hilfe der unabhängigen Beratungsstellen (UTHB) hingewiesen.

Selbsthilfe - ein wichtiger Faktor guter Hörversorgung

Aus dem Teilnehmerkreis gab es zu zahlreichen Themen und Fragen praktische Hinweise und hilfreiche Empfehlungen. Dieser Erfahrungsaustausch zeichnet Selbsthilfegruppen- Treffen aus und macht diese so wertvoll, befanden wir.

Abschließend wurde betont, dass die Selbsthilfe ein äußerst wichtiger Faktor ist, um von Höreinschränkung Betroffene zu unterstützen, ihre gute Hörversorgung zu finden und sich zudem gegenseitig im Umgang mit alltäglichen Herausforderungen zu stärken. Die Teilnehmenden waren begeistert und dankten den Referentinnen für ihre informativen und kompetenten Ausführungen. 

Adriane Schmitt
Zwingenberg, 15.03.2023
Kontakt: ci-treff.bergstrasse@t-online.de

Workshop zur Handhabung technischer Hilfsmittel am 25.02.2023

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Die Mitglieder der SHG Darmstadt trafen sich am 25.02.2023 in der Darmstädter Bonsel-Filiale zu einem Workshop. Thema war die Handhabung technischer Hilfsmittel. Bestens organisiert war das Treffen von den Mitarbeitern der Firma Bonsel: Frau Strock sowie Herrn Würker (Filiale Darmstadt) und Frau van Koeverden (Filiale Groß-Gerau). Mit dabei waren außerdem von der Firma MedEl: Herr Randi und Herr Treß.

Sie alle standen uns mit ihrem reichhaltigen Fachwissen für unsere Fragen zur Verfügung.

Insgesamt 17 interessierte Mitglieder nahmen am Workshop teil, um ihre Fähigkeiten im Umgang mit der vielfältigen Technik (u.a. Koppeln von technischem Zubehör - insbesondere bei der Konstellation CI + Hörgerät- und mehr) zu vertiefen.

Ganz praktisch konnten Probleme mit der Fernbedienung geklärt und Tipps zur Optimierung der Einstellungen gegeben werden. Festnetztelefonie mit Induktionstechnik war ebenfalls Thema.

Ein weiteres Gesprächsfeld war die Frage von Zuständigkeiten und Abgrenzung der Versorgung und Betreuung durch Kliniken und Akustiker.Dabei wurden auch Fragen zur Nachbetreuung und weitere Einzelheiten angesprochen.

Zusammenfassend sei den Teilnehmern für ihre vielen konstruktiven Fragen und ihr großes Interesse, den Fachkräften für ihre kompetente, gut verständliche Information und allen gemeinsam für eine gelungene Veranstaltung ganz herzlich gedankt. Ein Dankeschön auch an Heinz Diefenbach für die Organisation im Vorfeld.

Annette Rausch-Müller
25.02.2023 

Mein aktueller Hörweg

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ZRM-Workshop beim CI-Treff Hessische Bergstraße 

„ICH GÖNNE MIR LEICHTIGKEIT!" 🍂🍁🌻

Herrlich! Wer wünscht sich das nicht?! LEICHTIGKEIT - Aber wir sind doch hörbehindert! Wir haben es doch im Alltag schwer, sagst du. Ja! Und doch. Wie ich gestimmt bin, in welcher Haltung ich meine Herausforderungen angehe, ist zunächst unter meiner eigenen Kontrolle, sagt Dr. Maja Storch*, Professorin an der Universität Zürich. Und diese Haltung ist zentral für die Realisierung unserer Veränderungswünsche.

Diese Idee wollten wir nutzen.

Wir CI-Träger:innen möchten gerne im beruflichen oder privaten Umfeld besser hören und vor allen Dingen leichter verstehen. Es gibt schwierige Hörsituationen, die wir verbessern wollen, so dass sie deutlich weniger anstrengend sind und wir uns wohlfühlen. Welche positiven Haltungen können uns dabei helfen? Welche eigenen Ressourcen nutzen wir? Was und wer kann uns unterstützen? Wie bleiben wir am Ball?

In einem Einführungsworkshop zum Ressourcenorientierten Selbstmanagement (ZRM) gingen wir am Samstag, 12. November 2022, 14-17 Uhr im Alten Amtsgericht Zwingenberg diesen Fragen nach. In kleiner Gruppe kamen wir hilfreichen Haltungen auf die Spur, um wunschgemäß zu handeln, uns „leicht" und gut dabei zu fühlen. Denn für uns Hörbehinderte muss nicht alles schwer und ein „Kampf" sein. Mit motivierenden Bildern, einem positiven, zugkräftigen Motto in eigener Sache, einem unterstützenden Ressourcenpool und Umsetzungsplänen für konkrete Situationen, lassen sich Veränderungswünsche zuversichtlich verfolgen. Und gemeinsam geht's natürlich besser!

*Dr. Maja Storch entwickelte zusammen mit Dr. Frank Krause das Zürcher Ressourcenmodell. In ihrem Trainingskonzept zum Ressourcenorientierten Selbstmanagement werden u. a. mit Hilfe einer Bildkartei unbewusste Bedürfnisse und Motive einbezogen, um Veränderungswünsche besser zu klären und leichter umzusetzen als nur mit dem Verstand. Ziele werden so verfolgt, dass dies mit positiven (Körper)Gefühlen und Vorfreude einhergeht. ZRM beruht auf neueren neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zum menschlichen Lernen und Handeln.

Adriane Schmitt
CI-Treff Hessische Bergstraße