Ein Kinoerlebnis, das bewegt
Vielleicht habt ihr bereits von diesem Film gehört: „Als wäre es leicht", eine berührende Liebesgeschichte über Kommunikation und Verständigung. Seit Beginn des Monats April läuft er in ausgewählten Kinos.
Der Film ist die erste deutsche Spielfilmproduktion, bei der die Hauptrollen mit einer wirklich gehörlosen Schauspielerin und einem wirklich blinden Schauspieler besetzt wurden: Cindy Klink und David Knors. Das Drehbuch wurde 2023 für den Deutschen Drehbuchpreis nominiert — noch bevor der Film fertig war.
Wir hatten das Glück, dass dieser besondere Film in unserer Nähe gezeigt wurde. Zu fünft fuhren wir von der Hessischen Bergstraße nach Mannheim. Mitten in der großen Stadt besuchten wir die schönen Planken-Lichtspiele.
Kinobesuche mit Hörbehinderung – eine besondere Herausforderung
Klar: Kinobesuche sind für hörbehinderte Menschen nicht unproblematisch. Wir „drücken uns" manchmal davor, wenn in kleineren Kinos die Akustik schwierig ist. Doch wir wollten Dialoge und Emotionen möglichst gut (hör)verstehen und wussten, dass dieser Film mit Untertiteln gezeigt wird.
Auch das Hin- und Herspringen des Blicks zwischen Bild und Untertiteln während eines Dialogs ist anspruchsvoll. Allerdings sind wir inzwischen etwas geübt darin, weil z. B. auch im Fernsehen häufig Untertitel angeboten werden.
Als der Film begann, lagen wir gespannt und erwartungsvoll in den gemütlichen Sesseln. Unsere Aufmerksamkeit war von Anfang an herausgefordert. Vor allem die schnellen Dialoge und lauten Szenen forderten hohe Konzentration von uns. Wenn man sich erst einmal eingehört hat, geht es auf einmal besser.
Und es gab auch die zarten, stillen, ruhigen Szenen, von wunderbar meditativer Filmmusik unterlegt.
Eine Geschichte über Liebe, Kommunikation und Verständigung
Zum Inhalt möchte ich nicht allzu viel verraten. Der Film ist eine berührende Liebesgeschichte über Kommunikation und Verständigung über Barrieren hinweg — aber nicht nur.
In einer weiteren Ebene geht es um Verständigung, Sprachbarrieren und Kommunikation zwischen den Generationen — zwischen Kindern und Eltern im Ablösungsprozess, wie ihn auch jeder Guthörende kennt. Viele Szenen treffen mitten ins Herz, da sie universelle und damit auch eigene Lebensgeschichten berühren.
Was uns besonders angesprochen hat
Wir selbst erkannten Themen wieder wie: Andere denken, mit Cochlea Implantat sei doch alles wieder normal. Aber im Alltag ist Kommunikation oft viel anstrengender und verletzlicher, als es von außen aussieht.
Das passt sehr gut zum Filmtitel „Als wäre es leicht" — für andere wirkt es oft einfacher, als es wirklich ist.
Vielleicht berührte uns dieser Film auch deshalb so intensiv. Er zeigt das Gefühl, missverstanden zu werden — und trotzdem oder gerade deshalb eine innige Verbindung zu anderen Menschen zu suchen und zu finden, statt sich zurückzuziehen.
Unser Fazit
Mit fünf „Schlappohren" der Selbsthilfegruppe aus Mannheim hatten wir nach der Vorstellung einen kurzen Austausch über unser durchweg positives Erleben.
Unser Fazit: Unbedingt empfehlenswert! Ein wunderbarer Film — auch für gut hörende Menschen!
April 2026
Adriane Schmitt
CI-Treff Hessische Bergstraße